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Pulou pupu
  • Pulou pupu
  • Hut
  • Hilke Thode-Arora (Tätigkeitszeit: 2002), Sammler
    Milipepe Viviani, Hersteller
  • vor 2004
  • Polynesien
    Niue (Insel)
  • Pandanus, Neuseelandflachs, Raffia, geflochten
  • Höhe: 13,5 cm
    Durchmesser: 36,5 cm
  • Ident.Nr. VI 57419
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Südsee und Australien
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Heinz-Günther Malenz
Description
Hut mit Lochmuster

Kauf durch H. Thode-Arora von Lineahi Lund, Leiterin der Flechtgruppe Mumuafi, Mount Roskill, Auckland, Neuseeland, März 2004
Flechterin: Milipepe Viviani

Der Hut ist aus äußerst feinen Pandanussträngen in der Technik des Diagonalflechtens hergestellt. Das schwierige Hutanfangsstück auf der Mitte des Hutkörperdeckels besteht aus in verschiedene Richtungen laufenden Köperbindungen, die ein Sanduhrmuster bilden. In regelmäßigen Abständen sind auf dem Hutdeckel einzelne ellipsenförmige Flechtreihen in Köperbindung zu finden.

Der senkrechte Teil des Hutkörpers zeigt ein feines Lochmuster. Das oberste durchbrochene Dekorband wird von Löchern gebildet, die auf der Spitze stehende Dreiecke bilden. Dabei befinden sich die kleinsten Löcher zuoberst (1). Die übrigen Dekorbänder zeigen versetzt angeordnete Blumen- oder Sanduhrmuster: Je drei sich kreuzende Flechtstränge sind über einem großen Loch mit einem Strang umschlungen, so dass sie ein Sanduhrmotiv bilden, während der noch sichtbare Teil des Loches vier „Blütenblätter“ formt.

Etwa einen Zentimeter vom Krempenrand entfernt wurden überstehende Stränge so abgeschnitten, dass sie einen zur Hutmitte zeigenden gezackten Zierrand ergeben.

Das Hutband besteht aus einem zur Schleife gebundenen Viererzopf aus schwarzem und ecru-farbenem Pandanus; seine Stränge bilden ein Rautenmuster. Mit weißem Raffiaband ist eine Ranke künstlicher Blüten am Hutband befestigt: Aus dem mit weißer Raffia umwickelten Stängel entspringen fünf in Form geschnittene und grün gefärbte „Blätter“, vermutlich aus Neuseelandflachs, sowie sieben margeritenähnliche „Blüten“: Feine Stränge rotgefärbten oder ecru-farbenen Flachses oder Pandanus wurden mittels gelbem oder weißem Raffiaband zu Blütenformen zusammengefügt.

Der Hut ist äußerst fein gearbeitet und das Werk einer ausgezeichneten, erfahrenen Flechterin.


(1) Das ist ein beliebter Kniff beim Flechten von Lochmustern, da sich das Muster leichter gleichmäßig erhalten lässt, wenn die zuerst geflochtenen – und damit beim fertigen Hut oben positionierten – Löcher kleiner sind.


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