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Faun und Nixe
  • Faun und Nixe
  • Bild
  • Franz von Stuck (23.2.1863 - 30.8.1928), Maler
  • 1918
  • Öl auf Leinwand
  • 157 x 62 cm
  • Ident.Nr. NG 5/94
  • 1992 Vermächtnis der Marianne Neuberg, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Das Miteinander zeitloser, mythischer Mischwesen hatte in den Bildern Arnold Böcklins, von dessen Kunst Franz von Stuck maßgeblich beeinflußt wurde, meist die Funktion der Hebung und Belebung eines Natureindrucks, vgl. »Kentaur und Nymphe« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 781). Mitunter auch verselbständigen sich diese Darstellungen zu humoristischen Szenen mit vergleichendem Bezug zur Menschenwelt. So malte Böcklin eine Nymphe auf den Schultern Pans, die diesen gleich einem Reittier antreibt. Das Bild befand sich um 1900 in München (Sammlung Ludwig von Bürkel und Kunsthandlung Rieger). Franz von Stuck könnte dadurch zu dem Motiv »Faun und Nixe«, das er 1902 erstmals als Bild ausführte (Eigentum der Bundesrepublik Deutschland) angeregt worden sein. Stuck aber bringt in seinem Bild einen Faun, ein Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock, und ein Wesen des Meeres zusammen. Der Waldgeist trägt fürsorglich die mit Schwimmflossen ausgestattete Wasserjungfrau durch das knietiefe Wasser. Das Wasser begründet hier die Huckepacksituation, auch das Motiv Frauenraub klingt an, vor allem aber sehen wir ein übermütig, vitales Spiel am Meeresufer, nach menschlichem Vorbild erdacht, das die vertauschten Rollen vergessen läßt.
Franz von Stuck hat das Motiv, wie andere erfolgreiche Bilderfindungen, viel später noch einmal aufgenommen. Wohl zur gleichen Zeit wie diese erneute Version entstand eine Bronzestatuette »Faun und Nixe« (H. 53,8 cm). Auch ein Brunnenentwurf mit dieser Figurengruppe im Zentrum hat sich im Nachlaß erhalten. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: FRANZ / VON / STVCK / 1918

AUSSTELLUNGEN
– Il Bello e le bestie. Metamorfosi, artifici e ibridi dal mito all'immaginario scientifico, Rovereto, Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto, 11.12.2004-8.5.2005
– Mythos und Naturgewalt Wasser, München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 3.7.-21.8.2005
– Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Berlin, Stiftung Brandenburger Tor im Max-Liebermann-Haus, 4.4.-5.7.2009

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 2009: Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Ausst.-Kat. Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, Berlin, 4.4.-5.7.2009, Kat. S. 151
– Ausst.-Kat. München 1968: Franz von Stuck; die Stuck-Villa zu ihrer Wiedereröffnung am 9. Marz 1968. Werk, Persönlichkeit, Wirkung, Ausst.-Kat. Villa Stuck, München, 9.3.1968, S. 77, Kat.-Nr. 16, Farbtaf. S. 93
– Ausst.-Kat. München 2005: Mythos und Naturgewalt Wasser, hrsg. v. Johann Georg Prinz von Hohenzollern und Christiane Lange, Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 3.6.-21.8.2005, S. 136, Kat.-Nr. 68 mit Farbtaf.
– Ausst.-Kat. Passau 1993: Franz von Stuck, Gemälde, Zeichnung, Plastik aus Privatbesitz, Ausst.-Kat. Museum Moderner Kunst Passau 19.3.-27.6.1993, Kat.-Nr. 29
– Ausst.-Kat. Rovereto 2004: Il bello e le bestie. Metamorfosi, artifici e ibridi dal mito all'immaginario scientifico, Ausst.-Kat. Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto, Rovereto, 11.12.2004-8.3.2005, S. 77 mit Farbtaf.
– Gross-Roath 1999: Claudia Gross-Roath, Das Frauenbildnis bei Franz von Stuck, Weimar, VDG, 1999, S. 235, Nr. NB15, Abb. S. 331
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Sailer 1969: Anton Sailer, Franz von Stuck. Ein Lebensmärchen, München, Bruckmann, 1969, Farbabb. S. 53
– WVZ Voss 1973: Heinrich Voss, Franz von Stuck 1863-1928. Werkkatalog der Gemälde mit einer Einführung in seinen Symbolismus, München, Prestel, 1973, S. 306, Nr. 505/177, Abb. S. 211


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