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Die Familie des Künstlers
  • Die Familie des Künstlers
  • Bild
  • Wilhelm Herbig (22.4.1787 - 5.7.1861), Maler
  • 1824
  • Öl auf Leinwand
  • 127 x 88 cm
  • Ident.Nr. NG 6/92
  • 1928 Ankauf von Hugo Herbig, einem Enkel des Künstlers; 1937 Leihgabe an die Deutsche Botschaft in London; 1946 in London als sogenanntes Feindvermögen versteigert; 1992 Geschenk von Harald Wohltat, Kiel, an die Nationalgalerie
  • 1992 Geschenk Harald Wohltat, Kiel
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jörg P. Anders
Beschreibung
Provenienz
Wilhelm Herbig porträtierte in diesem Gemälde seine Ehefrau Henriette (1796–1851), geborene Wilke, mit ihren ersten sechs von später dreizehn Kindern. Die Mutter, umringt von ihren fünf ältesten Töchtern und dem ersten Sohn, blickt zu einem der Mädchen, das mit ausgestrecktem Arm auf den Vater im Hintergrund weist. Als freudig heimkehrendes, zylinderschwenkendes Familienoberhaupt erscheint er links im Landschaftsausschnitt. Mutter und Kinder tragen schlichte reinfarbige Gewänder, deren leuchtende Farbklänge von Violett, Rot, Blau, Grün und Gold unvermittelt nebeneinander stehen. Orientiert am Stil der Nazarener hat Herbig die private Familienszene ins Ideale erhoben. Mit vielfältiger Pflanzensymbolik ist die Tugendhaftigkeit der Gattin und Mutter beschrieben: Weiße Lilien deuten in Analogie zu Mariendarstellungen auf Reinheit, die rotleuchtenden Johannisbeeren verweisen auf Fruchtbarkeit und Fülle, während der Haarkranz aus Kornblumen für Treue und heimatliche Verbundenheit steht. Das jüngste Kind hält als weiteres Zeichen der Fruchtbarkeit, und überdies als Paradiessymbol, eine Orange in Händen.
Das Bildnis befand sich mehr als einhundert Jahre im Besitz der Familie des Künstlers, bevor es Ludwig Justi 1928 für die Nationalgalerie erwarb. Dem Sammler expressionistischer Kunst wird die Farbkraft des Bildes als eigener Wert erschienen sein. 1937 an die deutsche Botschaft in London ausgeliehen, gelangte das Gemälde nach dem Zweiten Weltkrieg wiederum in den Besitz der Familie Herbig. 1992 wurde es von einem Ururenkel des Künstlers der Nationalgalerie zurückgeschenkt. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: FWHerbig. [FWH monogrammiert] / 1824.

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Königliche Akademie der Bildenden Künste, 1824
– Verlust und Wiederkehr. Verlorene und zurückgewonnene Werke der Nationalgalerie, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 10.12.2010-6.3.2011
– Die Stunde Null -ÜberLeben 1945, Berlin, 2005.05.08-2006.04.16

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1824: Verzeichniß derjenigen Kunstwerke, welche von der Königlichen Akademie der Künste [...] öffentlich ausgestellt sind, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1824, S. 7, Kat.-Nr. 50
– Ausst.-Kat. Berlin 2010: Verlust und Wiederkehr. Verlorene und zurückgewonnene Werke der Nationalgalerie, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin, 10.12.2010-6.3.2011, S. 37, Abb. S. 17
– Bernhard/Martin 1965: Marianne Bernhard und Kurt Martin, Verlorene Werke der Malerei. In Deutschland in der Zeit von 1939 bis 1945 zerstörte und verschollene Gemälde aus Museen und Galerien, hrsg. v. Klaus P. Rogner, München, Berlin, Ackermann, Henschel, 1965, S. 36
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 2, S. 527, Kat.-Nr. 8
– Herbig 1941: Udo Herbig, Eine märkische Familie, in: Volk und Rasse, 1941, H. 1, S. 2
– Justi 1932: Ludwig Justi, Von Runge bis Thoma. Deutsche Malkunst im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Gang durch die National-Galerie, Berlin, Bard, 1932, S. 30
– Kronberger-Frentzen 1940: Hanna Kronberger-Frentzen, Das deutsche Familienbildnis, Leipzig, Asmus, 1940, S. 30, Taf. S. 57
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1928-1934, Kat.-Nr. 1540
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 354 mit Abb.
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 181, Kat.-Nr. 198 mit Farbabb.
– Wirth 1990: Irmgard Wirth, Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin, Siedler, 1990, S. 150 f., Abb. 195
– Zentralarchiv SMPK, Korrespondenz NG/Ribbentrop 1937-39


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