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Die Freiwilligen von 1813 vor König Friedrich Wilhelm III. zu Breslau im März 1813
  • Die Freiwilligen von 1813 vor König Friedrich Wilhelm III. zu Breslau im März 1813
  • Bild
  • Julius Scholtz (12.2.1825 - 2.5.1893), Maler
  • 1866
  • Öl auf Leinwand
  • 152 x 237 cm
  • Ident.Nr. A III 353
  • 1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Beeindruckt von dem 1863 in Breslau ausgestellten Bild »Gastmahl der Generäle Wallensteins« (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) beauftragte der Schlesische Kunstverein den Maler Julius Scholtz im selben Jahr mit einem Historiengemälde zu den napoleonischen Befreiungskriegen (vgl. SMB-ZA, I/NG 1937, Journal-Nr. 1876/945): die Musterung der Freiwilligen von 1813 durch König Friedrich Wilhelm III. in Breslau. Das demokratisch gesinnte Bürgertum Breslaus bildete damals eines der geistigen Zentren des Widerstandes gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Als am 17. März 1813 der von Staatsrat Theodor Gottlieb von Hippel im Auftrag des preußischen Königs verfaßte Aufruf »An mein Volk« zur allgemeinen Volksbewaffnung erging, stellten sich in Breslau begeistert die ersten Freiwilligen. Scholtz gab die Protagonisten des historischen Ereignisses porträtgenau: Auf einem Schimmel nähert sich dem frenetisch applaudierenden Volk König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770–1840); ihm folgen zu Roß die Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1795–1861) und Wilhelm (1797–1888) sowie Gebhard Leberecht von Blücher (1742–1819), Gerhard von Scharnhorst (1755 –1813), August Neidhardt von Gneisenau (1760–1831) und Theodor Gottlieb von Hippel (1775–1843). Der Dichter Samuel Gottlied Bürde (1753–1831) und der Universitätsprofessor Heinrich Steffens (1773–1845), die Wortführer der Breslauer Freiheitsbewegung, sowie Adolf von Lützow (1782–1834) und Theodor Körner (1791–1813) sind rechts in der Volksmenge zu sehen, die durch einzelne Gruppen akzentuiert und durch eine kluge Verteilung von Licht- und Schattenzonen malerisch zusammengeschlossen wird. Scholtz, der das Bild durch zahlreiche Studien (heute viele davon im Dresdner Kupferstich-Kabinett) vorbereitete, vollendete die Arbeit 1866. Noch im selben Jahr war das Bild auf der Berliner Akademieausstellung zu sehen, tourte sodann durch die Ausstellungen der vereinigten Kunstvereine und wurde zuletzt in die Schausammlung des Schlesischen Museums der bildenden Künste in Breslau integriert. Für die Nationalgalerie wurde 1866/67 eine etwas größere, freie Wiederholung des Bildes beim Künstler bestellt, die 1872 vollendet war (Kriegsverlust). Die Erstfassung gelangte 1953 als Teil des sogenannten Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR in die Nationalgalerie. – 1867 reproduziert in der »Illustrierten Zeitung«. | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: Julius Scholtz. 1866

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademische Kunstausstellung, Berlin, 1866
– Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Berlin (Ost), Staatliche Museen zu Berlin, 19.12.1953-28.2.1954

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1954: Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 19.12.1953-28.2.1954, S. 53, Kat.-Nr. 37, Taf. S. 16
– Ausst.-Kat. Berlin 1998: Fontane und die bildende Kunst, hrsg. v. Claude Keisch, Peter-Klaus Schuster und Moritz Wullen, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 4.9.-29.11.1998, S. 219
– Becker 1912: Robert Becker, Julius Scholtz und die Ausstellung von Zeichnungen und Studien aus seinem Nachlaß im Schlesischen Museum der bildenden Künste, Breslau, Korn, 1912, S. 4, 15-18
– Bildende Kunst 1953-1991: Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten, Verband Bildender Künstler der DDR (Hrsg.), Bildende Kunst, Dresden, Berlin 1953-1991, 2. Jg., 1954, Heft 1, S. 3-6, hier S. 5 f.
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 627, Kat.-Nr. 12
– Braune/Wiese 1926: Schlesisches Museum der Bildenden Künste Breslau, Katalog der Gemälde und Skulpturen, bearb. v. Heinz Braune und Erich Wiese, Breslau, Korn, 1926, 6. Aufl., S. 244, Kat.-Nr. 789, Taf. o. S.
– Fontane 1866: Theodor Fontane, Berliner Kunstausstellung (1866), in: Werke, Schriften und Briefe, Abt. III, Bd. 5, München, Hanser, 1986, S. 654
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S., Taf. 88
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 760 mit Abb.
– Neidhardt 1963: Hans Joachim Neidhardt, Julius Scholtz und das Problem des Malerischen in der Dresdner Malerei des 19. Jahrhunderts, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig, Gesellschafts-und Sprachwissenschaftliche Reihe, 12. Jg. (1963), H. 2, S. 363-372
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 30, 1936, S. 246
– WVZ Neidhardt 1965: Hans Joachim Neidhardt, Der Maler Julius Scholtz (1825-1893), Werkverzeichnis [Dissertation], Dresden 1965, Bd. 1, S. 17, 20, 111-115, Bd. 2, S. 7, Nr. 50, vgl. S. 10, Nr. 71 (Wiederholung für die Nationalgalerie, Kriegsverlust)
– Zentralarchiv SMPK, SMB-ZA, I/NG 1937 (Julius Scholtz), Journal-Nr. 1876/945


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