SMB-digital

Online-Datenbank der Sammlungen

Gute Kameraden
  • Gute Kameraden
  • Bild
  • Julius Ehrentraut (3.4.1841 - 25.3.1923), Maler
  • um 1885
  • Öl auf Holz
  • 50 x 40 cm
  • Ident.Nr. A I 833
  • 1904 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: März, Karin
Beschreibung
Der Kunstkritiker Adolf Rosenberg hebt in seiner Besprechung der Berliner akademischen Kunstausstellung von 1884 Julius Ehrentraut wegen seiner »köstlichen Kostümbilder« hervor: »Ehrentraut ist ein Künstler, welcher in der Gewissenhaftigkeit und Sauberkeit der Zeichnung wie in der Klarheit und dem Schmelz des Kolorits Meissonier nicht nachsteht. Aber in Berlin fehlt das internationale Publikum, welches die zierlichen Bilder des Künstlers nach Gebühr zu schätzen weiß und ihnen durch entsprechende Bezahlung das materielle Relief giebt« (Zeitschrift für Bildende Kunst, 20. Jg., 1885, S. 95). Dennoch hatte Ehrentraut in den 1880er Jahren Erfolg mit seinen kleinformatigen, meist auf Holz gemalten Genredarstellungen. Sie zeigen häufig Interieurs mit mehreren Personen in Kostümen des 16. oder 17. Jahrhunderts, vielfach Szenen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Hier sehen wir einen Lauten- oder Mandolinenspieler sowie zwei weitere Männer und eine Bedienung an einem rustikalen Tisch vor dem Kamin im Keller einer Schenke.
Ehrentraut war mehrfach mit Anton von Werner auf Reisen, so 1876 mit weiteren Künstlerfreunden in Paris, spätestens hier könnte er das Werk von Ernest Meissonier kennengelernt haben. Rosenberg hat Ehrentrauts Malerei so treffend wie freundlich charakterisiert: die gute Detail- und Sachkenntnis und die Feinmalerei in etwas harter Beleuchtung. Aus heutiger Sicht sind die publikumswirksamen Szenen aus dem Leben der Soldaten und Kavaliere vielleicht etwas gefällig. Ehrentraut scheint seine Werke der achtziger Jahre noch später in Ausstellungen gegeben zu haben. Es sind von ihm auch helle Landschaftsgemälde überliefert; sie werden kaum neben den historistischen Bildern entstanden sein.| Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: J.Ehrentraut

AUSSTELLUNGEN
– Große Berliner Kunstausstellung, Berlin, 1904
– Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen, Berlin, Akademie der Künste und Hochschule der Künste, 9.6.-15.9.1996

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1904: Große Berliner Kunstausstellung, Ausst.-Kat. Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof Berlin 30.4.-2.10.1904, Kat.-Nr. 219
– Ausst.-Kat. Berlin 1996: Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen., hrsg. v. Akademie der Künste und Hochschule der Künste, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin 9.6.-15.9.1996, S. 320, Kat.-Nr. IV.4/14 mit Abb.
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 210 mit Abb.


SMB-digital steht unter einer
Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie bei der bpk-Bildagentur
unter www.bpk-bildagentur.de erhalten.