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Selbstbildnis im Kreise der Familie
  • Selbstbildnis im Kreise der Familie
  • Bild
  • Gustav Adolf Hippius (12.3.1792 - 6.10.1856), Maler
  • 1829
  • Öl auf Leinwand
  • 87,5 x 68 cm
  • Ident.Nr. A II 556
  • 1926 Ankauf von Marie Hippius, Wiesbaden, der Enkelin des Künstlers
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Der aus Nissi bei Tallin stammende Maler Gustav Adolf Hippius hatte sich nach Studien in Prag‚ Wien und München auf die Porträtmalerei spezialisiert. 1817 ging er nach Rom, schloß dort Bekanntschaft mit den Nazarenern und knüpfte besonders enge Kontakte zu Friedrich Overbeck. Ab 1820 war Hippius in Sankt Petersburg ansässig, wo er als Zeichenlehrer wirkte. Dort entstand 1829 sein Familienbildnis, das den 37jährigen Künstler mit seiner Frau Friederike, der Schwester des Historienmalers Otto Friedrich Ignatius, und drei Kindern zeigt. Unter dem Eindruck der nazarenischen Bildniskunst gab der Maler sich und seine Familie in präzisen Umrissen und mit stark leuchtenden Lokalfarben, etwa Violett, Rot und Grün, wieder. Elemente der biedermeierlichen Kleidung wie Rüschen, Schleifen und Schmuck hielt er mit detailreicher Feinmalerei fest.
Während Hippius, seine Frau und der dreijährige Sohn Otto direkt zum Betrachter schauen, sind die Blicke der beiden Mädchen zur Seite gerichtet. Als Stammhalter der Familie ist der Sohn, dem die Mutter ihre Hand auf die Schulter gelegt hat und der später ein erfolgreicher Architekt werden sollte, mittig plaziert. Sein Name ist auf dem goldenen Halssaum seiner grünen Jacke zu lesen. In einem polierten Möbelstück, hinter dem sich die Familie versammelt hat, spiegeln sich die Hände der Kinder. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. Mitte unten (auf der Halsborte des Knaben): 1829. PIUS OTTO HIPPIUS. ST. PETERSBURG.

LITERATUR
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 95
– Gersdorff 1985: Dagmar von Gersdorff, Kinderbildnisse aus vier Jahrtausenden aus den Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Frölich & Kaufmann, 1985, S. 93, Farbabb. 87
– Hochhuth 1969: Rolf Hochhuth, Des Lebens Überfluss. Liebe in deutschen Erzählungen von Grimmelshausen bis Gerhart Hauptman, Gütersloh, Mohn, 1969, Farbtaf. 35
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1928, 1934, Kat.-Nr. 1542
– Nationalgalerie 1945: Paul Ortwin Rave (Hrsg.), Die Malerei des XIX. Jahrhunderts. 240 Bilder nach Gemälden der National-Galerie, Berlin, Gebr. Mann, 1945, S. 17, Taf. 103
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 172 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 374 mit Abb.
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave, Deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts, Berlin, Mann, 1949, S. 314, Taf. 113


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