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Revolutionsszene
  • Revolutionsszene
  • Bild
  • Wilhelm Scholz (21.1.1824 - 20.6.1893), Maler
  • 1848
  • Öl auf Holz
  • 18,4 x 25 cm
  • Ident.Nr. A III 302
  • 1954 Ankauf von der Galerie Franz, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der 18. und 19. März 1848 waren besonders blutige Revolutionstage in Berlin, auf Gewalt folgte Gegengewalt. Am 20. März dann wurde Wilhelm IV. genötigt, sich vor den aufgebahrten Toten zu verneigen. Adolph Menzel berichtete am 23. März an Carl Heinrich Arnold in Kassel: »Sehr obligat haben unter anderem auch die Studenten und die hiesige Schützengilde gewirkt, die aus ihren großen Büchsen besser schossen als die Kommisgewehre der Infanterie. Außerdem Gesellen und Meister vieler Gewerke« (Adolph Menzel, Briefe, Bd. 1, Berlin 2009, S. 245). Die Skizze zeigt die Studenten mit ihren verschiedenfarbigen Mützen, einen Trommler, auch beleibtere Kämpfer, aber ebenso schon Tote und Verletzte, darunter einen offensichtlich wohlsituierten Bürger. Wir sehen sie vor einer Barrikade, die Übermacht an Soldaten mit gezogenem Bajonett hinter der Barrikade verschwimmt in Rauch und Pulverdampf. Aus den Fenstern des »Café & Restaurant« schießen Aufständische in Richtung der Soldaten, auf dem Dach stehen Leute mit Steinen, eine Ecke des Cafés ist bereits demoliert, zwei Dachstühle brennen. Und Menzel fährt fort: »Bedeutend zugerichtet sind einzelne Häuser z. B. eines in der Friedrichstraße, an dem ich 31 Kartätscheneinschläge zählte, aber die meisten unter Allen zeigt das Haus des Conditor d’Heureuse am Köln: Fischmarkte, der breiten Straße gegenüber, dort hatte eine Hauptbarrikade gestanden, […] ich zählte mit Einschluß der Fensterscheiben über 190 Kartätschenlöcher, außerdem hatten Granaten 2 sehr bedeutende Lücken in die Eckmauer gerissen« (ebd., S. 245). Die gestürmte Barrikade in der Breiten Straße hielt dann Eduard Gaertner fest (Stiftung Stadtmuseum Berlin). Die Studie der Nationalgalerie ist auf dem Boden des liegenden Fasses signiert und datiert: »S 48«. Das Monogramm verwendete Wilhelm Scholz, Schüler des Malers Karl Wilhelm Wach, der 1848 noch zum Mitgründer und zum Illustrator der Satirezeitschrift »Kladderadatsch« wurde. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten (auf dem Boden des liegenden Fasses): S 48

AUSSTELLUNGEN
– Neuerwerbungen der Nationalgalerie seit 1945. Jubiläums-Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen der Sammlung 1861-1961, Berlin, Staatliche Museen, Nationalgalerie, 1961

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1961: Neuerwerbungen seit 1945. Jubiläums-Ausstellung zum hundertjährigen Bestehen der Sammlung. 1861-1961, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 1961, o. S., Taf.
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S., Abb. 64
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 762 mit Abb.


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