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Bildnis der Königin Luise
  • Bildnis der Königin Luise
  • Bild
  • Johann Heinrich Schröder (28.8.1757 - 29.1.1812), Maler des Originals
    Unbekannter Künstler, Kopist
  • nach 1796
  • Öl auf Pappe
  • 36 x 29,5 cm
  • Ident.Nr. A II 396
  • 1923 erworben aus der 84. Versteigerung bei Karl Ernst Henrici, Berlin, im Tausch für die Bildnissammlung
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Die Ankunft der mecklenburgischen Prinzessinnen Luise und Friederike 1793 in Berlin entfachte große Begeisterung, die über alle Stände hinweg empfunden wurde, wie sich der Bildhauer Johann Gottfried Schadow erinnerte, der mit der »Prinzessinnengruppe« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. B II 34) die berühmteste Darstellung der beiden jungen Frauen geschaffen hatte. Die Popularität Luises (1776–1810), die den preußischen Kronprinzen ehelichte, zog enormes Interesse an Porträts der jungen Schönheit nach sich, deren Werbewirkung die Strategen des Hofes schnell erkannt hatten. Zahlreiche Maler und Bildhauer konkurrierten um Sitzungen bei der Kronprinzessin: Alle Welt »begehre und schreie« nach ihrem Porträt, beklagte sich Luise bei ihrem Ehemann. »Wohl oder übel muß ich armes Weibsel dran. Also morgen um 11 sitze ich da und blase höllisch Trübsal« (Luise an Friedrich Wilhelm am 25.4.1797, zit. nach: M. Gräfin Rothkirch, Königin Luise von Preußen, München 1985, Brief 92).
Erfolgreich mit seinen Porträts war vor allem der Meininger Porträtmaler Johann Heinrich Schröder, der Luise zwischen 1797 und 1806 mindestens fünfmal malte. Nach diesen Bildern entstanden zahlreiche Kopien und Abwandlungen, häufig von Malern ausgeführt, die Luise nie gesehen hatten. Aus dem Kreise dieser Schöpfungen scheint auch das vorliegende Gemälde zu stammen. Während jedoch die Berliner Bildhauerei um 1800 mit Schadow und Rauch Jahrhunderttalente hervorgebracht hatte, fand dies in der Malerei keine Entsprechung. So herausragend darum die skulpturalen Darstellungen der Monarchin sind, so wenig können uns die malerischen beglücken. | Philipp Demandt


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Boeck 1938: Wilhelm Boeck, Ein unbekanntes Bildnis der Königin Luise, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, 1938, H. 7, S. 348-349, S. 48, Abb. 1
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 218
– Mackowsky 1929: National-Galerie. Führer durch die Bildnis-Sammlung, bearb. v. Hans Mackowsky, Berlin, Hermann, 1929, S. 92 f., Kat.-Nr. 53 mit Taf.
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 429 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 768 mit Abb.
– WVZ Spangenberg 1995: Marieluise Spangenberg, Der Meininger Porträtmaler Johann Heinrich Schröder (1757-1812). Monographie und Werkverzeichnis, Meiningen, Staatliche Museen Meiningen, 1995, S. 53, WV-Nr. 253
– Zentralarchiv SMPK, J.Nr. 645/23


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