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Cháanaka
  • Cháanaka
  • Weltscheibe
  • Sotero Partida, Sammler
  • Mexiko (Land)
    Jesus Maria (Dorf)
    Cora (Ethnie)
  • Wolle, Holz, Federn
  • Durchmesser: 58 cm
    Höhe: 2 cm
    Kistenmaß: vorhandener Karton 2 x 65 x 65 cm
  • Ident.Nr. IV Ca 34878
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Amerika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Claudia Obrocki
Description
Das Objekt wird Chánaka (Welt) genannt. Es ist scheibenförmig und besteht aus Schilfstäben, die durch Wollfäden miteinander verflochten sind. Sein Muster zeigt die Regionen, in denen die Menschen ihr Leben verbringen: In der Mitte liegt das Land der Cora, ringsum die übrigen Orte der Welt, dargestellt durch konzentrisch angeordnete Dreiecke. Eine solche Chánaka stellen die Mitglieder des Consejo de Ancianos (Ältestenrat) der Gemeinschaft im Laufe einer Zeremonie her, die nach der Übergabe des Amtes des Gobernador Tradicional an den neuen Amtsinhaber abgehalten wird. Sie ist dazu bestimmt, als Opfergabe für Tayau (Unser Vater) im Tuákamu’tua-Gebirge niedergelegt zu werden, das die Cora als Zentrum ihres Gebietes betrachten. Gleichzeitig mit dieser Opfergabe bringt man auch zahlreiche Votivpfeile (tabehri) zu den verschiedenen Bergen. Wenn all diese Gaben niedergelegt sind, ist auch ihre Anordnung ein möglichst getreues Abbild des Planes, der dem Universum zu Grunde liegt.
Die Chánaka geht von der gelebten Erfahrung aus, um ein Abbild des die Cora umgebenden Landes zu schaffen. Kennzeichnend für dieses Bild sind Zersplitterung und Verschiedenartigkeit. Die geflochtene Chánaka dient dazu, diese gelebte Erfahrung zu schematisieren und mit dem Plan des Universums, der als Vorbild dient, in Übereinstimmung zu bringen.
(Margarita Valdovinos 2006)


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