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Februarmorgen (Die Furt)
  • Februarmorgen (Die Furt)
  • Bild
  • Emile Claus (27.9.1849 - 5.6.1924), Maler
  • 1895
  • Öl auf Leinwand
  • 89,5 x 117 cm
  • Ident.Nr. A I 695
  • 1901 Schenkung der Erben aus der Sammlung des verstorbenen Berliner Bankiers Felix Koenigs
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Der belgische Maler, auch Aquarellist und Pastellmaler Emile Claus erfuhr seine erste Ausbildung bis 1874 an der Kunstakademie in Antwerpen. In den nächsten fünfzehn Jahren folgte er verschiedenen Vorbildern, er schuf zahlreiche stimmungshafte Bilder, zumeist mit anekdotischen Szenen aus dem ländlichen Raum. Erst nach mehreren Aufenthalten in Paris ab 1889 und der Begegnung mit Henri Le Sidaner und den französischen Impressionisten fand Emile Claus zu seiner ganz eigenen, charakteristischen Malweise. Die Palette hellte sich entschieden auf, häufig erinnern seine Bilder sogar an Pastellmalerei. Claus wurde zum Begründer des belgischen Luminismus, einer Variante des Nachimpressionismus. Die Faktur mit den deutlich sichtbaren Pinselstrichen ist spätimpressionistisch, in der Wahl der Motive wie in der Vorliebe für deren mehrfache Wiederholung bei wechselndem Licht ist Emile Claus aber deutlich von Monet beeinflußt. Doch bleiben seine Darstellungen auch jetzt anekdotischer und realistischer, wie die vorliegende Landschaft mit dem Gänsemarsch zum Fluß Leie (Lys) zeigt.
Emile Claus hatte sich 1883 in Astene, heute ein Stadtteil von Deinze, südwestlich von Gent niedergelassen. Bei Astene fand er die meisten seiner Motive. Die nüchterne, etwas harte Helligkeit vieler seiner Bilder paßt hier gut zur dargestellten Wintersonne. Zumeist ist das Bild »Februar« betitelt, auf der Internationalen Kunstausstellung in Dresden 1897 war es unter dem Titel »Novembermorgen« ausgestellt (Kat.-Nr. 95). »Sein Impressionismus ist freilich ein wenig Konvention, aber er sieht mit Maleraugen«, urteilte Hans Rosenhagen anläßlich einer Ausstellung bei Paul Cassirer in Berlin (Die Kunst für Alle, 18. Jg., 1903, H. 4, S. 94). Bilder von Emile Claus fanden kurzzeitig international Erfolg, er nahm sowohl an der Pariser Weltausstellung 1900 teil, aber auch häufig an den Ausstellungen der Münchner und der Berliner Secession. – Emile Claus hat nachdrücklich den Impressionismus in die flämische Malerei eingeführt. Auch als schon andere Stile führend geworden waren, gehörte er noch zu den geschätzten, modernen Malern Flanderns. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: Emile Claus

AUSSTELLUNGEN
– Internationale Kunst-Ausstellung des Vereins bildender Künstler München "Secession", München, Ausstellungsgebäude Prinzregentenstraße, 1895
– Internationale Kunst-Ausstellung, Dresden, 1897
– Ausstellung der Sammlung Felix Koenigs, Berlin, Königliche Museen zu Berlin, National-Galerie, März - April 1901

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1901: Ausstellung der Sammlung Felix Koenigs, hrsg. v. Hugo von Tschudi, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 3.-4.1901, S. 10, Kat.-Nr. 7
– Ausst.-Kat. Dresden 1897: Offizieller Katalog der Internationalen Kunst-Ausstellung, Ausst.-Kat. Dresden 1897, S. 18, Kat.-Nr. 95, Abb. o. S.
– Ausst.-Kat. München 1895: Offizieller Katalog der Internationalen Kunst-Ausstellung des Vereins bildender Künstler Münchens "Secession", Ausst.-Kat. Ausstellungsgebäude Prinzregentenstraße, München, 1895, 7. Aufl., S. 13, Kat.-Nr. 51
– Lemonnier 1908: Camille Lemonnier, Emile Claus, Brüssel, G. van Oest & cie, 1908, S. 22, 59
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1903-1934, Kat.-Nr. 810
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 152 mit Abb.
– Paul 1993: Barbara Paul, Hugo von Tschudi und die moderne französische Kunst im deutschen Kaiserreich, Mainz, Zabern, 1993, S. 363 f., Kat.-Nr. 54, Abb. 51
– Pica 1903: Vittorio Pica, "Artisti contemporanei: Emile Claus", in: Emporium, Istituto Italiano d’Arti Grafiche, (1903), Bd. XVIII, Heft 106, Ottobre 1903, S. 242-261, S. 242-261, Abb. S. 242
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 7, 1912, S. 62 f.
– Zentralarchiv SMPK, I/NG, Acta Gen. 37, Bd. VI, J.Nr. 1151/00, 98/01, 123/01


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