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Pascha Johann Friedrich Weitsch und seine erste Ehefrau Anna Magdalene
  • Pascha Johann Friedrich Weitsch und seine erste Ehefrau Anna Magdalene
  • Bild
  • Friedrich Georg Weitsch (8.8.1758 - 30.5.1828), Maler
  • 1783/1784
  • Öl auf Leinwand
  • 86,5 x 74,5 cm
  • Ident.Nr. A II 681
  • 1929 Ankauf von P. M. Roth, Hamburg
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Karin März
Beschreibung
Provenienz
Mit diesem Bild ehrte der junge Braunschweiger Maler Friedrich Georg Weitsch seine Eltern, den Landschaftsmaler Pascha Weitsch (1723–1803) und dessen erste Ehefrau Anna Magdalene (1721–1783). Vater Weitsch trägt in der linken Hand Pinsel und Palette, die Mutter hält eine gespannte Leinwand, vielleicht ein fertiges Werk, in Händen. Abgesehen davon, daß Anna Weitsch sehr bildbeherrschend dargestellt ist, was zu der Vermutung führte, das Bildnis des Vaters gehöre nicht zur ursprünglichen Konzeption, entspricht die Komposition dem Schema ›Selbstbildnis mit Ehefrau‹. Am Ende des 18. Jahrhunderts geriet das Motiv ›Maler und Ehefrau‹ aus der Mode. Die neue Kunstauffassung, der Wandel vom Rokoko zum Klassizismus, war verbunden mit einer nun auch gewandelten Sicht auf die Rolle des Künstlers. Die Schöpferkraft, auch die eigene, wurde nun zu einem Thema der Malerei. Künstler wurden in der Folgezeit allein, oft grübelnd dargestellt. Nur selten noch trat eine Frau als Muse auf. Später sollte bei Arnold Böcklin ein inspirierender, fiedelnder Tod die Stelle der Gattin einnehmen (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 633).
Pascha Weitsch wandte sich gerade zum Zeitpunkt der Darstellung durch seinen Sohn und mit diesem einer neuen Kunstauffassung zu. Gemeinsam unterhielten sie enge geistige und persönliche Beziehungen zu den Vertretern der Aufklärung in Braunschweig und zum Freundeskreis um Gleim in Halberstadt. Pascha Weitsch malte nun heimatliche Natur, ›Vaterländisches‹, sinnbildhafte Eichen. Er entdeckte die Schönheit des nahen Harzes mit seinen wilden, historischen Orten. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Berlin zwischen 1789 und 1848. Facetten einer Epoche, Berlin (West), Akademie der Künste, 30.8.-1.11.1981
– Kunst der Goethezeit. "Classizismus und Romantizismus", Papenburg-Aschendorf, Gut Altenkamp, 8.5.-26.9.1999

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1981: Berlin zwischen 1789 und 1848. Facetten einer Epoche, hrsg. v. Sonja Günther, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin 30.8.-1.11.1981, S. 349, Kat.-Nr. 5.154
– Ausst.-Kat. Papenburg-Aschendorf 1999: "Classizismus und Romantizismus". Kunst der Goethezeit, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf 8.5.-26.9.1999, S. 174, Kat.-Nr. 73
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 223
– Gersdorff 1987: Dagmar von Gersdorff, Liebespaare, Eheleute. Aus den Sammlungen der Berliner Museen, Berlin, Edition Hentrich, 1987, S. 156
– Mackowsky 1929: National-Galerie. Führer durch die Bildnis-Sammlung, bearb. v. Hans Mackowsky, Berlin, Hermann, 1929, S. 101 f., Kat.-Nr. 61
– Müller-Klocke 1990: Anette Müller-Klocke, Friedrich Georg Weitsch 1758-1828. Ein Maler zwischen zwei Epochen, Berlin 1990, S. 10, 96 f., Kat.-Nr. 10
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 451 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 898 mit Abb.
– Oschilewski 1978: Walther G. Oschilewski, Erinnerung an Friedrich Georg Weitsch, in: Der Bär von Berlin. Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, hrsg. v. Gerhard Kutzsch und Claus P. Mader, (1978), S. 24-40, S. 24-40
– Wirth 1990: Irmgard Wirth, Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Ersten Weltkrieg, Berlin, Siedler, 1990, Abb. 47, S. 49
– WVZ Lacher 2003: Reimar F. Lacher, Friedrich Georg Weitsch, Maler - Kenner - Akademiker, Berlin, Mann, 2003, S. 211, Kat.-Nr. W19, Farbabb. S. 189, Farbtaf. 1, W19


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