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Tahitianische Fischerinnen
  • Tahitianische Fischerinnen
  • Bild
  • Paul Gauguin (7.6.1848 - 9.5.1903), Maler
  • 1891
  • Öl auf Leinwand
  • 71 x 90 cm
  • Ident.Nr. F.V. 180
  • Seit 1992 Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung, München
  • Leihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Beschreibung
Provenienz
Seit Anfang Juni 1891 weilte Gauguin erstmalig auf Tahiti. »Ich versuchte zu arbeiten, machte allerlei Notizen und Skizzen. Aber die Landschaft mit ihren starken reinen Farben blendete mich, machte mich blind. Ich war immer unentschieden, suchte und suchte … Und dabei war es so einfach zu malen, wie ich es sah, ohne viel Überlegung ein Rot neben ein Blau zu setzen! Vergoldete Gestalten in Bächen und am Strande entzückten mich, warum zögerte ich, diesen Sonnenjubel auf meine Leinwand zu bannen?« (Paul Gauguin 1893, in: Noa Noa, Berlin 1908, S. 20).
Paul Gauguin hatte auf der Suche nach einem Leben mit der Natur, nach ausdrucksstarken, archaischen Motiven ab 1886 häufig in der Bretagne gemalt. Dort waren Bilder entstanden, die reinfarbiger, auch dekorativer waren, als der Impressionismus sie kannte. Mit Émile Bernard, Paul Sérusier und anderen entwickelte er hier den synthetischen Symbolismus. 1891 führte ihn die Sehnsucht nach einem irdischen Paradies und die Hoffnung auf eine Erneuerung der westlichen Kunst durch die ›Primitiven‹ nach Tahiti. Modellierung und Perspektive verflächigten und vereinfachten sich, die Bildgegenstände wurden nun meist von kräftigen Linien umrissen. Gauguin fand dort jedoch kein Paradies, und er hatte auch mit den Bildern aus der Südsee wenig Erfolg; sein Einfluß auf die jüngeren Künstler aber war erheblich.
Das Gemälde »Tahitianische Fischerinnen« beruht wie die zitierte Stelle aus Noa Noa auf Erlebtem wie auf einer poetischen Fiktion; es ist in der Komposition europäischen Vorbildern verwandt. Die vordere Frau steht mit den Füßen im Wasser, die beiden anderen sitzen wie sinnend am Boden, zusammen befinden sie sich in einem offenen Halbkreis zum Betrachter hin. Sie alle umfängt ein reich moduliertes, warmes, rötliches Licht. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: P. Gauguin 91

AUSSTELLUNGEN
– [4.] internationale Kunst-Ausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln, Köln, Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, 25.5.-30.9.1912
– Gauguin, Kunsthalle Basel 1928, Basel, 1928
– Paul Gauguin, Galerie Thannhauser, Berlin 1928, Berlin, 1928
– Paul Gauguin. Das verlorene Paradies, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, 31.10.1998-10.1.1999
– Paul Gauguin. Das verlorene Paradies, Essen, Museum Folkwang, 17.6.-18.10.1998
– Kunstwelten im Dialog von Gauguin zur globalen Gegenwart, Köln, Museum Ludwig, 5.11.1999-19.3.2000
– Brücke und Berlin. 100 Jahre Expressionismus, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett und Nationalgalerie, in Zusammenarbeit mit dem Brücke-Museum Berlin, in der Neuen Nationalgalerie, 8.6.-28.8.2005
– Frankreich in der Nationalgalerie, Berlin, Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 23.5.-7.10.2007
– Gauguin Polynesia - an elusive Paradise, Basel, Art Centre Basel, 14.08.-25.10.2009, 19.11.2009-21.02.2010
– 1912 - Mission Moderne - Die Jahrhundertschau des Sonderbundes, Köln, Wallraf-Richartz-Museum, 31.08.-30.12.2012
– Globale Resonanzen (AT), Berlin, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof
– Globale Resonanzen
Making Paradise (AT), Berlin, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, 1. OG Ost oder West

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Basel 1928: Paul Gauguin, 1848-1903, Ausst.-Kat. Kunsthalle Basel, Juli-Aug. 1928, Kat.-Nr. 67 (oder 78)
– Ausst.-Kat. Berlin 1928: Paul Gauguin, 1848-1903, Ausst.-Kat. Galerie Thannhauser, Berlin, Okt. 1928, Kat.-Nr. 53, Taf. S. 19
– Ausst.-Kat. Berlin 2005, S. 27, 350, Kat.-Nr. 15, Farbtaf. 29, S. 43
– Ausst.-Kat. Berlin 2007: Frankreich in der Nationalgalerie: Courbet, Manet, Cézanne, Renoir, Rodin, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 23.5.-7.10.2007, S. 65, 72, Kat.-Nr. 54 mit Farbtaf.
– Ausst.-Kat. Berlin 2015: Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Ausst.-Kat. Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 22.5.-20.9.2015, Kat-Nr. 5
– Ausst.-Kat. Essen 1998: Paul Gauguin. Das verlorene Paradies, hrsg. v. Georg-W. Költzsch, Ausst.-Kat. Museum Folkwang Essen 17.6.-18.10.1998; Neue Nationalgalerie Berlin 31.10.1998-10.1.1999, S. 320, Kat.-Nr. 12, Farbtaf. o. S.
– Ausst.-Kat. Essen 1998: Paul Gauguin. Das verlorene Paradies, hrsg. v. Georg-W. Költzsch, Ausst.-Kat. Museum Folkwang Essen 17.6.-18.10.1998; Neue Nationalgalerie, Berlin 31.10.1998-10.1.1999, S. 56 mit Farbabb.
– Ausst.-Kat. Köln 1912: Internationale Kunst-Ausstellung des Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler zu Cöln 1912, Ausst.-Kat. Städtische Ausstellungshalle am Aachener Tor, Köln, 25.5.-30.9.1912, Kat.-Nr. 161
– Ausst.-Kat. Köln 1999: Kunstwelten im Dialog: Von Gauguin zur globalen Gegenwart, hrsg. v. Marc Scheps, Yilmaz Dziewior und Barbara M. Thiemann, Ausst.-Kat. Museum Ludwig, Köln, 5.11.1999-15.3.2000, Kat.-Nr. 137, Farbtaf. 1
– Bernard Dorival 1954: Bernard Dorival, Paul Gauguin. Carnet de Tahiti, Paris, Quatre Chemins-Éditart, 1954, S. 2
– Eisler 1996: Colin Eisler, Masterworks in Berlin. A City's Paintings Reunited. Painting in the Western World 1300-1914, Boston, Little, Brown and Co., 1996, S. 649, Farbabb. S. 619
– Ernst-von-Siemens-Stiftung 1993: Ernst-von-Siemens-Stiftung (Hrsg.), Tätigkeitsbericht der Ernst-von-Siemens-Stiftung 1983-1993, München 1993, S. 102 f. mit Farbtaf.
– Gauguin 2003: Paul Gauguin, Noa Noa, Leipzig, Seemann, 2003, S. 111, Farbtaf. S. 92
– Kittelmann 2013: Udo Kittelmann (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin, Highlights, Mailand, Scala, 2013, S. 90 mit Farbabb.
– März 1996: Roland März (Red.), Neue Nationalgalerie Berlin, München, New York, Prestel, 1996, S. 18, Kat.-Nr. 11 mit Farbabb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 276 mit Abb.
– WVZ Wildenstein 1964: Georges Wildenstein, Gauguin, Bd. 1: Catalogue, Paris, Les Beaux-Arts, 1964, S. 168, Nr. 429


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