SMB-digital

Online collections database

Die Toilette des Alten
  • Die Toilette des Alten
  • Bild
  • Ferdinand de Braekeleer (der Ältere) (12.2.1792 - 16.5.1883), Maler
  • 1852
  • Öl auf Mahagoniholz
  • 45,5 x 37 cm
  • Ident.Nr. W.S. 26
  • 1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Die Begeisterung der deutschen Kunstliebhaber für die belgische Historienmalerei bestimmte den Berliner Bankier und Kunstsammler Wagener nicht nur, je ein großes Bild der gefeierten Maler Édouard de Bièfve und Louis Gallait zu erwerben (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 15 und 58); sie veranlaßte ihn zugleich, sich belgischen Genremalern wie Braekeleer und Verboeckhoven zuzuwenden. Über den Amsterdamer Kunsthändler G. de Vries erwarb er 1851 ein Gesellschaftsstück in der Tradition der Wirtshausraufereien Andriaen Brouwers, »Streit nach der Mahlzeit« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 25), mit den über Tisch und Fußboden verstreuten typischen Attributen der Liederlichkeit: Spielkarten, Geschirr mit Essensresten, zerbrochene Pfeife, heruntergefallener Hut. Nach Erhalt des Bildes schrieb Wagener an de Vries: »Der Brakelaer ist wohlbeschaffen angekommen. Ich danke Ihnen für Ihre Bemühung. Das Bild mag schön sein. Mein Geschmack ist es nicht. Ich kaufte das Bild um den Meister vertreten zu haben« (zit. nach: Die Gründung der Nationalgalerie in Berlin, Der Stifter Wagener und seine Bilder, Köln 2013, S. 88).
Trotzdem bestellte er noch ein zweites Werk, »Die Toilette des Alten« (Inv.-Nr. W.S. 26), diesmal beim Künstler selbst, ebenfalls eine Szene im Stil der flämisch-holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts. Der Originaltitel »La Toilette du mari, ou les cheveux gris« unterstreicht die ironisierende Darstellung eines älteren, eitlen Mannes, der sich von seiner Frau die weißen Haare ausziehen läßt. – Es war Wageners Ehrgeiz, einen Bestand an belgischer Malerei in seiner Sammlung, die alle relevanten Strömungen seiner Zeit vorstellen sollte, zu wissen. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: Ferdinand de Braekeleer. / Antwerpen 1852

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 2011: Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Angelika Wesenberg und Udo Kittelmann, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin 23.3.2011-8.1.2012, Kat-Nr. 26
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 1, S. 135, Kat.-Nr. 12
– Jordan 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin, bearb. v. Max Jordan, Berlin, Mittler & Sohn, 1876, 2. Aufl., S. 68, Kat.-Nr. 40
– Müller/Singer 1895: Hermann Alexander Müller und Hans Wolfgang Singer (Hrsg.), Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler, Frankfurt am Main, Literarische Anstalt, Rütten, Loening, 1895, 1895, S. 168
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 126 mit Abb.
– Waagen 1861: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des am 18. Januar 1861 zu Berlin verstorbenen Königlichen Schwedischen und Norwegischen Konsuls J. H. W. Wagener, welche durch letztwillige Bestimmung in den Besitz Seiner Majestät des Königs übergegangen ist, hrsg. v. Gustav Friedrich Waagen, Berlin 1861, S. 15, Kat.-Nr. 26
– Waagen 1873: Verzeichniß der Gemälde-Sammlung des am 18. Januar 1861 zu Berlin verstorbenen Königlichen Schwedischen und Norwegischen Konsuls J. H. W. Wagener, welche durch letztwillige Bestimmung in den Besitz Seiner Majestät des Königs übergegangen ist, hrsg. von Gustav Friedrich Waagen, Berlin: 1873, Kat.-Nr. 26
– Zentralarchiv SMPK, Nachlaß Wagener, Brief Nr. 1494; Künstlerbriefe Nr. 1172. - Konzeptbuch Wagener S. 252. - Kat. W. S. 1850, Nr. 232 im handschriftl. Nachtrag Wageners


SMB-digital is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License.
Permissions beyond the scope of this license may be available at www.bpk-bildagentur.de.