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Otto von Bismarck
  • Otto von Bismarck
  • Bild
  • Franz von Lenbach (13.12.1836 - 6.5.1904), Maler
  • 1884
  • Öl auf Leinwand
  • 124,5 x 89,5 cm
  • Ident.Nr. A III 338
  • 1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Klaus Göken
Description
Provenienz
1876 wandte sich Lenbach endgültig von Wien nach München. Er hoffte, von München aus vermehrt Auftraggeber im neuen deutschen Reich zu finden. 1874 war der schon berühmte Bildnismaler in Kissingen dem Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck (1815–1898) vorgestellt worden, 1878 kam es zu einer weiteren Begegnung in Bad Gastein. 1879 malte Lenbach im Auftrag der Nationalgalerie in Friedrichsruh sein erstes Bildnis des Kanzlers (Inv.-Nr. A I 301, Kriegsverlust); es sollte ebenso wie das Porträt des Grafen Helmuth von Moltke (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 286) die Sammlung berühmter Männer der neuesten Geschichte ergänzen. Dem unruhigen Bismarck hatte man den ihm schon bekannten und rasch malenden Lenbach zugedacht. Dem ersten Porträt folgten noch etwa achtzig weitere, vier davon gelangten auf unterschiedliche Weise ebenfalls in die Nationalgalerie (eines davon Kriegsverlust, zwei weitere Fremdbesitz).
Lenbach besaß nahezu das Monopol auf Bismarckbildnisse; er malte sie nach den Studien, die er bei seinen häufigen Besuchen im Hause Bismarck anfertigte und nach den zahllosen Fotoaufnahmen des ihn oft begleitenden Karl Hahn. Seine unablässige Produktion von Bildnissen des Kanzlers gab früh Anlaß zu Spott und Karikatur. Lenbach handelte jedoch nicht nur aus pekuniärem Interesse: Er hat den Menschen Bismarck, auch noch nach dessen erzwungenem Rücktritt 1890, als Genie hoch verehrt. In seinen »Gesprächen und Erinnerungen« (Stuttgart 1904) nimmt dieser einen breiten Raum ein. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts oben: F. Lenbach 1884.

AUSSTELLUNGEN
– Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Berlin (Ost), Staatliche Museen zu Berlin, 19.12.1953-28.2.1954
– A Century of German Genius: Masterpieces from Classicism to Early Modernism. Collections of the Berlin State Museums, Taipeh, National Palace Museum, 1.5.-1.8.2004
– Im Tempel der Kunst. Die Künstlermythen der Deutschen, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 1.10.2008-18.1.2009
– Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Berlin, Stiftung Brandenburger Tor im Max-Liebermann-Haus, 4.4.-5.7.2009

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1954: Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 19.12.1953-28.2.1954, S. 52, Kat.-Nr. 23
– Ausst.-Kat. Berlin 2008: Im Tempel der Kunst. die Künstlermythen der Deutschen, hrsg. v. Bernhard Maaz, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin 1.10.2008-18.1.2009, S. 130, 156, Kat. 103, Farbabb. S. 130
– Ausst.-Kat. Berlin 2009: Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Ausst.-Kat. Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, Berlin, 4.4.-5.7.2009, Kat. S. 121
– Ausst.-Kat. München 1986: Franz von Lenbach 1836-1904, hrsg. von Rosel Gollek, Winfried Ranke, Ausst.-Kat. Lenbachhaus, München 14.12.1986-3.5.1987, S. 32 f., 312 f.
– Ausst.-Kat. Taipeh 2004: A Century of German Genius: Masterpieces from Classicism to Early Modernism. Collections of the Berlin State Museums [chinesisch], hrsg. v. Agnete von Specht, Ausst.-Kat. National Palace Museum Taipei 1.5.-1.8.2004, S. 214, Kat.-Nr. C/6, Farbtaf. S. 213
– Braune/Wiese 1926: Schlesisches Museum der Bildenden Künste Breslau, Katalog der Gemälde und Skulpturen, bearb. v. Heinz Braune und Erich Wiese, Breslau, Korn, 1926, 6. Aufl., S. 203, Kat.-Nr. 667
– Lenbach 1904: Franz von Lenbach, Gespräche und Erinnerungen, hrsg. v. Wilhelm Wyl, Stuttgart und Leipzig, Deutsche Verlagsanstalt, 1904, S. 83-96
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S., Abb. 115
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 510 mit Abb.
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 229, Kat.-Nr. 259 mit Farbabb.


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