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Glasbläser
  • Glasbläser
  • Bild
  • Walter Shirlaw (6.8.1838 - 26.12.1909), Maler
  • um 1885
  • Öl auf Leinwand
  • 112 x 76 cm
  • Ident.Nr. A II 712
  • 1930 Geschenk von Mrs. Horace Williston, New York, durch Vermittlung von Katherine S. Dreier, New York
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der in Schottland geborene, aber in New York aufgewachsene Maler Walter Shirlaw zählt neben William Merritt Chase, Joseph Frank Currier und Frank Duveneck zu den erfolgreichen amerikanischen Malern, die in den 1870er Jahren an der Münchner Akademie studiert hatten. Ihr Werk blieb dem Realismus der Diez-Schule und des Leibl-Kreises verbunden. Shirlaw, der mit den Arbeiten »Toning of the Bell« (1874, Art Institute of Chicago) und »Sheep-shearing in the Bavarian Highlands« (1876, Saint Louis Art Museum) reüssierte, erhielt im Jahr 1880 den Auftrag, für die Zeitschrift »Harper’s Monthly« den Leitartikel über die Stadt Pittsburgh zu illustrieren. In Pittsburgh wurden vor allem Eisen und Kohle weiterverarbeitet und Glas produziert. Das Bild »Glasbläser« dürfte in diesem Kontext entstanden sein; eine Vorstudie gehört zur Sammlung der Hackley Art Gallery, heute Muskegon Museum of Art, Michigan.
Durch Vermittlung von Katherine Sophie Dreier, der Gründungspräsidentin der amerikanischen Société Anonyme, Inc., gelangte das Bild, das zuvor in der Shirlaw-Ausstellung im Brooklyn Museum of Art zu sehen gewesen war, 1930 in die Nationalgalerie. Ludwig Justi, dem Direktor der Nationalgalerie, wurde vom Auswärtigen Amt die Annahme des Geschenks nahegelegt, um die politischen Beziehungen zu den USA zu pflegen: »Sie wissen ja, daß es in den Vereinigten Staaten außerordentlich schwer ist, auch nur etwas Verständnis und Interesse für die jüngere deutsche Kunst zu erwecken, so daß wir auf die verschwindend kleine Zahl von Menschen einige Rücksicht nehmen müssen, die sich drüben für dieses Thema interessieren. Hierzu gehört die Ihnen wohl auch bekannte Miß Katherine Dreier, deren fast fanatisches Interesse für die junge Kunst aller Länder auch den deutschen Schöpfungen zugute kommt« (Dr. I. Sievers, Auswärtiges Amt, an Justi am 7.4.1930, SMB-ZA, I/NG 999, Journal-Nr. 1930/253, Bl. 518). | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: W. Shirlaw

LITERATUR
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 792 mit Abb.


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