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Waldweg im Spätherbst
  • Waldweg im Spätherbst
  • Bild
  • Olof August Andreas Jernberg (23.5.1855 - 15.2.1935), Maler
  • um 1900
  • Öl auf Leinwand
  • Höhe x Breite: 120 x 80 cm
    Rahmenmaß: 140,0 x 106,0 x 7,5 cm
  • Ident.Nr. A I 720
  • 1901 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung
  • Sammlung: Nationalgalerie | Neue Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Unbekannt
Description
»Schon von weitem«, so Wolfgang von Oettingen 1901, ziehe Olof Jernbergs Malerei durch »ihre ausserordentliche Leuchtkraft die Aufmerksamkeit auf sich, beim Näherkommen zeigt sich eine rauhe, gleichsam unwirsche Technik, mit der, unter grimmigen Pinselhieben, ein möglichst schlichtes Motiv dargestellt ist« (in: Zeitschrift für bildende Kunst, N. F., 12. Jg., 1901, S. 49). Wie sein Lehrer Eugen Dücker an der Düsseldorfer Akademie schuf Jernberg vornehmlich Landschaftsbilder, die er zunächst mit Ölstudien in der freien Natur vorbereitete. Die kleine Ölskizze einer Gewitterstimmung über wogendem Kornfeld (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 623) entstand in den 1890er Jahren, möglicherweise auf einer Studienreise in den Niederlanden oder in der Umgebung von Angermund bei Düsseldorf. Etwa in dieselbe Zeit datieren die zwei Landschaftsbilder »Zur Erntezeit« (1892) und »Oktoberstimmung« (vor 1896), die in den 1890er Jahren als erste Werke des Malers für die Nationalgalerie angekauft wurden (beide Kriegsverlust).
Erst um 1900 löste sich Jernberg von Dückers Einfluß und entschied, »dass jedes im Atelier fertig gemalte Bild mehr oder weniger Schwindel sei und nur die ehrliche Arbeit vor der Natur bis zum letzten Pinselstrich ein künstlerisches Ergebnis bringen könne« (zit. nach: W. Schäfer, Hundert Meisterwerke der Gegenwart in farbiger Wiedergabe, Leipzig 1903, S. 82). Das 1901 aus der Großen Berliner Kunstausstellung erworbene Bild »Waldweg im Spätherbst« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 720) steht in der raschen, skizzenhaften Malweise beispielhaft für dieses gewandelte Kunstverständnis. »Seine Bilder sind, bei aller Frische und Kraft, vergrößerte Studien«, resümierte Rudolf Klein 1902 (in: Die Rheinlande, Bd. 3, S. 40). Neben Helmuth Liesegang zählte Jernberg in Düsseldorf zu den Wegbereitern des Impressionismus. | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: O.Jernberg.

AUSSTELLUNGEN
– Große Berliner Kunstausstellung, Berlin, Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof, 4.5.-29.9.1901

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1901: Große Berliner Kunstausstellung, Ausst.-Kat. Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof Berlin 4.5.-29.9.1901, S. 40, Kat.-Nr. 719
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 103
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 466
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 406 mit Abb.


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