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Porträt Hermann Levi, nach links. Studie
  • Porträt Hermann Levi, nach links. Studie
  • Bild & Studie
  • Franz von Lenbach (13.12.1836 - 6.5.1904), Maler
  • 1898
  • Öl auf Pappe
  • 57 x 48,8 cm
  • Ident.Nr. A I 761
  • 1902 Vorlaß der Mary Levi (spätere Balling), München und Partenkirchen, aus der Sammlung ihres verstorbenen Ehemanns Hermann Levi; 1919 endgültige Übergabe nach dem Tod der Stifterin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Mit »liebes Levelchen« begann Franz von Lenbach, dann »Lenbacio« zeichnend, meist die Briefe an den befreundeten Hofkapellmeister Hermann Levi (vgl. Bayerische Staatsbibliothek, Leviana I, 53). Diese scherzend-kosende Anrede spricht von einer großen Vertrautheit, zu der auch Lenbachs Angebot an Levi (1839–1900) paßt, er möge sich aus dem Atelier nehmen, was ihm tauge (vgl. F. Haas, Zwischen Brahms und Wagner, Zürich 1995, S. 230). Sie erklärt zudem die vielen Bildnisse des Freundes aus der Hand Lenbachs, die aus dem Nachlaß Levis in die Nationalgalerie gelangten. Die vorliegende Studie gehört zu den eindrücklichsten dieser Arbeiten; sie entstand zwei Jahre vor Levis Tod. Nur der Kopf des feinsinnigen Dirigenten ist hier in Dreiviertelansicht nach links gegeben. Im Gegensatz zur Mommsen-Studie (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 616) sind noch nicht einmal Hals und Schultern angedeutet, auch entfällt das Element des Rollenspiels und der Stilisierung, welches viele der anderen Bildnisse Levis prägt. Lenbach skizzierte stattdessen in schnellen Strichen auf eine gelblich getönte Pappe mit Kohle das ernste Gesicht des Freundes. Diese Zeichnung bleibt an allen Stellen sichtbar, und Lenbach legte nur wenige Farbakzente in Öl darüber: etwas Weiß im Bart, Rot auf den Lippen, Graublau in den Augen. Vereinzelte Pinselstriche und Tupfer dienen als Glanzlichter auf Stirn, Nase und Wangenknochen und steigern die Plastizität des Porträts. | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: F.Lenbach 1898.

AUSSTELLUNGEN
– Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Berlin, Stiftung Brandenburger Tor im Max-Liebermann-Haus, 4.4.-5.7.2009

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 2009: Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Ausst.-Kat. Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, Berlin, 4.4.-5.7.2009, Kat. S. 124
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 514 mit Abb.


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