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Die humanistische Kultur. Zyklus über die vier geistigen Kulturepochen für die Berliner Universitätsbibliothek
  • Die humanistische Kultur. Zyklus über die vier geistigen Kulturepochen für die Berliner Universitätsbibliothek
  • Bild & Zyklus
  • Otto Knille (10.9.1832 - 8.4.1898), Maler
  • um 1887/1888
  • Öl auf Leinwand
  • 153,5 x 558,5 cm
  • Ident.Nr. A I 428
  • 1887/88 im Auftrag des preußischen Staates für die Königliche Universitätsbibliothek gemalt, 1889 nach Weisung des Kultusministeriums durch Repliken ersetzt und die Originale an die Nationalgalerie überwiesen
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Vier friesartige, auf Goldgrund ausgeführte Wandgemälde schuf Otto Knille zwischen 1887 und 1888 für das Treppenhaus des damals geplanten Neubaus der Berliner Universitätsbibliothek. Sie stellen die Hauptepochen der geistigen Kultur dar: die antike, die mittelalterlich-scholastische, die humanistische und die moderne. Der Gedanke, diese ›Hauptepochen‹ der Kultur mit ihren wichtigsten Vertretern zu vergegenwärtigen, wurde in Berlin damals mehrfach aufgegriffen: am ehrgeizigsten mit Wilhelm von Kaulbachs Fresken im Neuen Museum, aber auch mit Otto Geyers kulturhistorischem Relieffries im Treppenhaus der Nationalgalerie. Das Reihungsprinzip und den Verzicht auf dramatische Motive hat Knille mit Geyer gemeinsam.
Für die Antike (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 426, Kriegsverlust) entwarf Knille eine Darstellung des klassischen Athens unter dem Motto ›griechische Jugenderziehung‹: Platon philosophiert hier mit seinen Schülern, Epheben üben sich in Gymnastik in der Palästra. Die scholastische Kultur des Mittelalters (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 427) ist sodann exemplifiziert an einer Disputation zwischen Thomas von Aquin (am Pult rechts) und Albertus Magnus (im Bischofsornat links sitzend) in Gegenwart Ludwigs des Heiligen (in der Mitte thronend); Handlungsort ist Paris. Die humanistische Kultur (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 428) wird nun in Wittenberg durch die Reformatoren verkörpert: Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen, Andreas Bodenstein (genannt Karlstadt), Martin Luther, Kurfürst Friedrich der Weise und Georg Spalatin. Die grüßenden Humanisten sind: Ulrich von Hutten, Crotus Rubeanus, Franz von Sickingen, Erasmus von Rotterdam und hinter diesem Helius Eobanus Hessus. Das vierte Wandbild (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 429, Kriegsverlust) zeigte das moderne geistige Leben Weimars mit Johann Wolfgang von Goethe im Zentrum. | Claude Keisch


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AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Akademie der Künste, 1881
– Jubiläums-Ausstellung (58. Ausstellung), Berlin, Königliche Akademie der Künste im Landes-Ausstellungsgebäude, 1886
– Ausstellung von Werken der Maler Albert Dressler und Otto Knille, Berlin, Königliche Museen zu Berlin, National-Galerie, Nov. - Dez. 1898
– Die Elbe, ein Lebenslauf, Dresden, Deutsches Hygiene-Museum, 27.6.-20.9.1992
– Die Elbe, ein Lebenslauf, Hamburg, Deichtorhallen, 28.10.1992-3.1.1993
– Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen, Berlin, Akademie der Künste und Hochschule der Künste, 9.6.-15.9.1996

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1881: 55. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1881, S. 77, Kat.-Nr. 412 mit Abb.
– Ausst.-Kat. Berlin 1886: Illustrierter Katalog der Jubiläums-Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste im Landes-Ausstellungsgebäude zu Berlin (58. Ausstellung), hrsg. v. Königliche Akademie der Künste, Ausst.-Kat. Landes-Ausstellungsgebäude Berlin 1886, S. 122, Kat.-Nr. 616
– Ausst.-Kat. Berlin 1898: Ausstellung von Werken der Maler Albert Dressler und Otto Knille, Ausst.-Kat. Königliche Museen zu Berlin, National-Galerie, November-Dezember 1898, Kat.-Nr. 100
– Ausst.-Kat. Berlin 1979: Berlin und die Antike. Architektur, Kunstgewerbe, Malerei, Skulptur, Theater und Wissenschaft vom 16. Jahrhundert bis heute, hrsg. v. Willmuth Arenhövel, Ausst.-Kat. Große Orangerie, Schloß Charlottenburg 22.4.-22.7.1979, S. 140
– Ausst.-Kat. Berlin 1992: Die Elbe, ein Lebenslauf, Ausst.-Kat. Deutsches Hygiene-Museum Dresden, 27.6.-20.9.1992, Deichtorhallen Hamburg, 28.10.1992-3.1.1993, Nationalmuseum Prag, 5.3.1993-30.5.1993, Kat.-Nr. 8/52, Abb. S. 305
– Ausst.-Kat. Berlin 1996: Die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen., hrsg. v. Akademie der Künste und Hochschule der Künste, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin 9.6.-15.9.1996, S. 324 f., Kat.-Nr. IV.4/21
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 2, S. 743, Kat.-Nr. 15.III.
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 111
– Donop 1885: Lionel von Donop, Knilles Gemälde in der Nationalbibliothek, in: Der Kunstfreund, 1885, Bd. 1, H. 7, Sp. 101 f
– Friese 1910: Karl Friese, Geschichte der Königlichen Universitäts-Bibliothek zu Berlin, Berlin, G. Reimer, 1910, S. 129
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 466
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 442 mit Abb.
– Rosenberg 1822: Adolf Rosenberg, Die akademische Kunstausstellung in Berlin, in: Zeitschrift für bildende Kunst XVII, 1822, S. 55, Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 20, 1927, S. 596
– WVZ Berg 2013: Lars Berg, Otto Knille (1832-1898). Ein Historienmaler zwischen Düsseldorfer Malerschule und Berliner Akademie. Mit einem Katalog seiner Werke [Dissertation], Düsseldorf 2013, S. 87-114, S. 176-178, M 4


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