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Tannen
  • Tannen
  • Bild
  • Friedrich Freiherr von Khaynach (10.12.1867 - 16.11.1920), Maler
  • vor 1909
  • Öl auf Leinwand
  • 101 x 121 cm
  • Ident.Nr. A III 624
  • 1960 Schenkung von Frau Schwietzer, Klein-Machnow, aus dem Nachlaß des Künstlers
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
»Ich glaube mich selbst als Romantiker bezeichnen zu dürfen«, erklärte Friedrich von Khaynach im Hinblick auf seine Malerei (zit. nach: Der Türmer, 15. Jg., 1913, H. 12, S. 828). In der Tat hat der Maler-Schriftsteller neben den frühen symbolistischen Bildern vor allem Landschaften geschaffen, zumeist Darstellungen düster verrätselter Wälder, die weniger topographische Ansichten geben, als Stimmungen evozieren und zur geistigen Versenkung einladen. Sie erinnern darin gelegentlich an Bilder des Münchner Malers und Hans-Thoma-Freundes Karl Haider. Drei der motivisch so ähnlichen Waldbilder Khaynachs (»Tannen«, Inv.-Nr. A III 624; »Waldstück«, Inv.-Nr. A III 629; »Burgruine am Waldsee «, Inv.-Nr. A III 627) gelangten mit dem Nachlaß des Künstlers 1959 in die Sammlung der Nationalgalerie; zwei weitere Landschaftsbilder zeigen eher heiter-idyllische Motive: eine römische Osteria (Inv.-Nr. A III 625) und ausgelassene Badegäste am Ufer eines Sees bei München (Inv.-Nr. A III 628).
Den Landschaftsbildern eignet dabei durchweg eine gewisse malerische Unbeholfenheit, die sich mit dem zeichnerischen Werk des Künstlers nicht recht in Einklang bringen läßt (vgl. auch die Randzeichnungen im schriftlichen Nachlaß, SMB-ZA, IV/NL Kaynach). Für Khaynach mag dies Programm gewesen sein. Nach seiner Auffassung entschieden weder Talent, noch technisches Können über den Wert der Malerei, sondern einzig die innere Geisteshaltung. In der 1908 veröffentlichten Abhandlung »Bildende Kunst und Weltanschauung« vertrat er die These, daß große Kunst notwendig nur aus einer religiösen Weltanschauung heraus entstehen könne, weshalb das moderne Kunstschaffen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zum Scheitern verurteilt sei. Vor Khaynach, der sich neben dem Christentum auch mit dem Buddhismus beschäftigte, bestanden daher nur Maler wie Puvis de Chavannes, die Präraffaeliten und Nazarener, Böcklin und Hans Thoma. Das, was ihre Malerei auszeichnete und wonach Khaynach selbst strebte, war das so »wichtige Gefühlselement: Ruhe und Heiterkeit« (Bildende Kunst und Weltanschauung, Rom 1908, S. 71). Er, resümierte die »Vossische Zeitung« 1913, »gibt so etwas wie Stimmungskunst mit dekorativen Werten« (Morgenausgabe, 16.4.1913, o. Pag.).| Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: F v Kh

AUSSTELLUNGEN
– Keller und Reiner, Berlin, Apr. 1913
– Greizer Kunstverein, Greiz, Kunstverein, 1914
– Kunstausstellung, Nordhausen, Stadthaus, Juli 1914

LITERATUR
– Bosse 1914/15: Friedrich Bosse, Friedrich von Khaynach, in: Westermanns Monatshefte, 59. Jg. (1914/15), Bd. 117, II, H. 701, S. 725-734
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Sertl 1912/13: Hans Sertl, Von Kunst und Künstlern, in: Westermanns Monatshefte, 57. Jg. (1912/13), Bd. 114, I, H. 680, S. 294-298, vgl. S. 295-296
– Stork 1913: Karl Stork, Friedrich von Khaynach, in: Der Türmer, XV. Jg. (1913), H. 12, S. 817-830
– Zentralarchiv SMPK, VA 6501 (Liste aller Kunstwerke, die nach dem 8. 5. 1945 an die SMB übergeben wurden, am 22. 3. 1968 an GD geschickt): 1960 Schenkung Frau Schwietzer, Klein Sachnow


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