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Der auferstandene Christus
  • Der auferstandene Christus
  • Bild
  • Ernst Deger (15.4.1809 - 27.1.1885), Maler
  • um 1845
  • Öl auf Eschenholz
  • 217 x 108 cm
  • Ident.Nr. A I 451
  • 1890 Ankauf aus der Versteigerung des Nachlasses der Ehrenstiftsdame Mathilde von Waldenburg bei Rudolph Lepke, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Das Werk steht in enger Beziehung zu Degers Arbeit an den Fresken der Kirche Sankt Apollinaris in Remagen. Die nachträgliche Verbreiterung des Spitzbogens – am Farbansatz deutlich erkennbar – läßt eine Entstehung vor dem Fresko an der Nordwand des Altarraumes vermuten. Durch Vermittlung ihres Lehrers Wilhelm Schadow erhielten Deger, Franz Ittenbach, Andreas und Carl Müller – die ›Düsseldorfer Nazarener‹ – 1837 von Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim den Auftrag, die Apollinariskirche in Remagen mit Fresken zu schmücken. Die vier Künstler bereiteten sich in Italien durch das intensive Studium alter christlicher Kunst, vor allem der italienischen Frührenaissance, und später durch oft diskutierte Entwürfe langwierig auf ihre Aufgabe vor.
Deger hatte bereits 1834 für die evangelische Kirche in Arnsberg eine »Auferstehung« gemalt (heute noch am Ort); 1836 stellte er eine Tuschzeichnung zu einer Himmelfahrt aus, deren Christusfigur jener der »Auferstehung« für Remagen sehr ähnlich war (vgl. L. Koller, Das Ideal der Nazarener in seiner Gestaltung durch die Meister der Apollinariskirche, Düsseldorf 1935, S. 51). Die Kompositionsskizze für das Fresko in Remagen fußt auf diesen Vorarbeiten, ist aber doch reicher.
Am 29. Juli 1839 schrieb Deger aus Siena an Wilhelm Schadow: »Bis jetzt habe ich drei Compositionen vollendet, mit aller Mühe, nachdem ich oftmals die Sache durchdacht, besprochen, verändert, endlich, soviel es in meinen Kräften gelegen hat, vollendet, habe ich in Form, Farbe und Ausdruck es soweit durchgebildet, daß mir nachher nur noch das Studium der Natur nötig wird« (zit. nach: ebd., S. 52). Ab 1842 wieder in Deutschland, arbeiteten die Künstler im Winter in Düsseldorf an den Kartons und in den Sommermonaten an den Fresken; das der »Auferstehung« entstand 1846/47. 1853 war die Ausmalung der Kirche vollendet, 1857 wurde sie feierlich eingeweiht. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Koller 1935: Pater Ludwig Koller, Das Ideal der Nazarener in seiner Gestaltung durch die Meister der Apollinariskirche, Düsseldorf 1935, vgl. S. 51 f., 61 f., 74
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1898-1902, Kat.-Nr. 660
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 192 mit Abb.
– Schaarschmidt 1902: Friedrich Schaarschmidt, Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst insbesondere im XIX. Jahrhundert, Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Festfalen, 1902, vgl. S. 136 mit Teilabb.


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