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Bildnis der Schriftstellerin Elisa von der Recke
  • Bildnis der Schriftstellerin Elisa von der Recke
  • Bild
  • Anton Graff (18.11.1736 - 22.6.1813), Zugeschrieben, Maler
    Unbekannter Künstler, Maler
  • um 1790
  • Pastell auf Pergament
  • 64 x 53,2 cm
  • Ident.Nr. A III 424
  • 1956 Geschenk von Dorothea Künne, Enkelin von Richard Lepsius, Hohenfinow
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Anton Graff porträtierte Elisa von der Recke (1754–1833) mehrmals. Im Werkverzeichnis wies Eckhart Berckenhagen fünfzehn Bildnisse nach, darunter ein vermutlich vor 1790 entstandenes halbfiguriges Porträt der Dichterin im hellen Seidenkleid, mit blauem Haar- und Brustband. Aufgrund der Beliebtheit des Bildes schuf Graff mindestens drei Versionen, eine befindet sich heute in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam. In Bezug auf die Entstehung von Graffs Gemälde berichtete Gustav Parthey über ein Zusammentreffen bei seinem Großvater, dem Berliner Verleger und Schriftsteller Christoph Friedrich Nicolai, mit der befreundeten Elisa von der Recke. Sie hatte einst »mit Goeckingk, Zollikofer und andern ein Diner bei Nicolai eingenommen, und mußte nachher noch an den Hof gehen. Sie hob mit der Linken die Schleppe ihres grauseidnen Kleides auf, machte mit der Rechten eine anmuthig grüßende Bewegung und sagte: nun, meine Herren, muß ich mich empfehlen. Begeistert von der unbeschreiblichen Würde dieser Erscheinung, rief Goeckingk: so muß Graff sie malen! Diese Idee wurde später wirklich ausgeführt. Graff in Dresden lieferte ein ausgezeichnetes Kniestück, das über Nicolais Sopha hing und das ich noch immer als eine Zierde meiner kleinen Gemäldesammlung betrachte« (G. Parthey, Jugenderinnerungen, Bd. 1, Berlin 1871, S. 39). Bei dem in der Nationalgalerie bewahrten, aus dem Familienbesitz Friedrich Nicolais stammenden Pastell könnte es sich um eine Vorstudie für das Halbfigurenporträt oder um eine Teilwiederholung von Kopf und Oberkörper der Elisa von der Recke handeln. Sowohl die Herkunft als auch die hohe zeichnerische Qualität gestatten die Annahme, daß das Bildnis von Graffs eigener Hand stammt. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 302 mit Abb.
– Parthey 1871: Gustav Parthey, Jugenderinnerungen, erster Theil, Berlin, Schade, 1871, S. 39
– WVZ Berckenhagen 1967: Ekhart Berckenhagen, Anton Graff. Leben und Werk, Berlin, Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, 1967, vgl. S. 302-304, Kat.-Nr. 1127-1130


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