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Bildnis des Generals der Infanterie Constantin von Alvensleben
  • Bildnis des Generals der Infanterie Constantin von Alvensleben
  • Bild
  • Anton von Werner (9.5.1843 - 4.1.1915), Maler
  • 1903
  • Öl auf Leinwand
  • 164 x 115 cm
  • Ident.Nr. A I 797
  • 1904 Ankauf vom Künstler nach Bestellung
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Anton von Werner, dessen Karriere als Historienmaler einstmals mit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ihren Ausgang nahm, erhielt gut dreißig Jahre später den Auftrag, den Kriegshelden Constantin von Alvensleben (1809–1892) als Träger des Ordens Pour le Mérite der Kriegsklasse für die Nationalgalerie zu malen. Der Hintergrund des Repräsentationsbildnisses zeigt das Schlachtfeld von Vionville, und so fand das Bild dann auch unter den Schlachtengemälden in einem der Hauptsäle der Nationalgalerie seinen Platz. Wenige Jahre später kam das Porträt gleich anderen in die Bildnissammlung der Nationalgalerie in der Bauakademie und entlastete so die Galerie von den »für äußere Zwecke« entstandenen Werken (L. Justi, Deutsche Malkunst im neunzehnten Jahrhundert, Berlin 1921, S. 5).
Anton von Werner hat Constantin von Alvensleben postum nach einer fotografischen Vorlage gemalt, was seiner fotorealistischen Malweise nur entgegenkam. Wie in einem Fotoatelier steht Alvensleben gefaßt und korrekt gekleidet da, den Kompaß in der einen, eine Landkarte in der anderen, behandschuhten Hand, den Säbel zur Seite. Hinter ihm breitet sich gleich einem Theaterprospekt korngelbes Land aus, das aber sichtbar Kriegsgebiet ist: Preußische Soldaten bringen ihre Kanonen in Stellung, im Hintergrund brennt ein Gehöft, laufen und fallen französische Soldaten. Daß es in der angesprochenen Schlacht von Vionville am 16. August 1870 auf beiden Seiten zusammen fast 35.000 Tote und Verletzte gab, sieht man der aufgeräumten Szenerie jedoch nicht an. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: A v W. 1903

AUSSTELLUNGEN
– Anton von Werner. Geschichte in Bildern, Berlin, Deutsches Historisches Museum & Berlin Museum, 7.5.-27.7.1993
– Die Kleine Nationalgalerie, ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, Dortmund, Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, 26.6.2005-31.12.2007

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1993: Anton von Werner. Geschichte in Bildern, hrsg. v. Dominik Bartmann, Ausst.-Kat. Zeughaus, Berlin 7.5.-27.7.1993, S. 266, 456, Kat.-Nr. 355, Wv. 1903-1, Farbtaf. S. 267
– Ausst.-Kat. Dortmund 2005: Die Kleine Nationalgalerie. Ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, hrsg. v. Brigitte Buberl, Ausst.-Kat. Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund 26.6.2005-31.12.2007, S. 184, Kat.-Nr. 72
– Baldacci 1997: Paolo Baldacci, Giorgio de Chirico, 1888-1919, la metafisica, Mailand, Leonardo arte, 1997, Nr. 7
– Bartmann 1985: Dominik Bartmann, Anton von Werner. Zur Kunst und Kunstpolitik im Deutschen Kaiserreich, Berlin, Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, 1985, S. 42 f., 46, Abb. 26
– Die Kunst für Alle 1885-1943: Friedrich Pecht (Hrsg.), Die Kunst für Alle, München, Bruckmann, 1885-1943, 1903/04, S. 342 f.
– Feist 1971: Günter Feist (Hrsg.), Kunst und Künstler. Aus 32 Jahrgängen einer deutschen Kunstzeitschrift, Berlin, Mainz, Henschel, 1971, S. 59, 61
– Grabowski 1990: Jörn Grabowski, Die politische und kunstpolitische Konzeption der Nationalgalerie, behandelt anhand der Erwerbungen historischer Darstellungen in der Zeit von 1861 bis 1896 und deren Präsentation in Berlin und Potsdam, Berlin 1990, S. 137, 221
– Jähner 1974: Brigitte Jähner, Anton von Werner als Maler und Kunstpolitiker. Diplomarbeit für das Fach Kunstwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, Sektion Ästhetik und Kunstwissenschaft (Bereich Kunstwissenschaft), Berlin (Ost) 1974, S. 65 f., Abb. 91
– Mackowsky 1913: Hans Mackowsky, Führer durch die Bildnis-Sammlung der Königlichen Nationalgalerie, Berlin, Cassirer, 1913, S. 34, Kat.-Nr. 22
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1908, S. 144, Kat.-Nr. 1062
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 910 mit Abb.
– Scheffler 1903: Karl Scheffler (Hrsg.), Kunst und Künstler. Illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe, Berlin, Cassirer, 1903-1933, Jg. 2, 1903/04, S. 287/290
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 35, 1942, S. 403
– Zentralarchiv SMPK, Künstlerspezialakte Anton von Werner, Journal-Nr. 238/1900, 266/04, 315/04, 434/04


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