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Gewitterlandschaft. Rügen
  • Gewitterlandschaft. Rügen
  • Bild
  • Eugen Dücker (10.2.1841 - 6.12.1916), Maler
  • 1868
  • Öl auf Leinwand
  • 95 x 151,5 cm
  • Ident.Nr. A III 320
  • 1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Seit Mitte der 1860er Jahre reiste Eugen Dücker immer wieder an die Nord- und Ostsee, besuchte die Inseln Borkum, Sylt, Wangerooge, Rügen und Vilm und studierte die dortige Landschaft mit ihren wechselnden Lichtstimmungen. Auf dem Bild der Nationalgalerie peitschen am Horizont Regengüsse auf das Meer und über die weiten Felder des Bodden, vermutlich bei Mönchgut auf Rügen. Durch die aufgerissenen Wolken fällt warmes Licht auf einen Hügel und das Dorf zu seinen Füßen; der Vordergrund liegt in dunklem Schatten. Zwei Fischer wandern auf geschlungenem Pfad in Richtung Sonnenschein.
Dücker zeigt Rügen als eine Insel voller Kargheit und Einsamkeit. Wie bei vielen seiner atmosphärischen Küstenlandschaften steht weniger die Topographie als die Stimmung im Vordergrund – eine Qualität, die von den Zeitgenossen gerade auch im Vergleich mit den Brüdern Achenbach sehr geschätzt wurde. »Dücker«, so hieß es noch 1901, sei »ein feiner stiller Beobachter, der einsame Strandpartien an der Ostsee, ruhige Buchten unter hellem Himmel, anspruchslose Wald-, Wiesen- und Dorfmotive malt« und wenig Wert auf Inszenierung legt. »Er lehrt vor allem richtig sehen, Ursachen und Wirkungen der Beleuchtungs- und Farbenphänomene erkennen und auffassen« (W. von Oettingen, in: Zeitschrift für bildende Kunst, N. F., 12. Jg., 1901, S. 51). Dückers Landschaftsverständnis wurde darin für eine ganze Gruppe jüngerer Maler prägend, für Olof Jernberg, Max Clarenbach oder beispielsweise Friedrich Kallmorgen, die seit den 1870er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf bei Dücker das Landschaftsfach studierten. | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: E Dücker 1868

AUSSTELLUNGEN
– Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Berlin (Ost), Staatliche Museen zu Berlin, 19.12.1953-28.2.1954

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1954: Deutsche Malerei. Freundschaftsgeschenk des polnischen Volkes an das deutsche Volk, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin 19.12.1953-28.2.1954, S. 52, Kat.-Nr. 9, Taf. 21
– Bildende Kunst 1953-1991: Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten, Verband Bildender Künstler der DDR (Hrsg.), Bildende Kunst, Dresden, Berlin 1953-1991, 2. Jg., 1954, Heft 1, S. 3-6, hier S. 6 mit Abb.
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 206 mit Abb.
– Rosenberg 1889: Adolf Rosenberg, Aus der Düsseldorfer Malerschule. Skizzen und Studien, Leipzig, Ramm & Seemann, 1889, S. 71


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