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Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen
  • Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen
  • Bild
  • Friedrich Kaulbach (8.7.1822 - 5.9.1903), Maler
  • 1871
  • Öl auf Leinwand
  • 240 x 164 cm
  • Ident.Nr. A III 332
  • 1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der hannoverische Hofmaler Friedrich Kaulbach malte wiederholt Bildnisse von Angehörigen des Hohenzollernhauses und anderer Höfe. Das lebensgroße, ganzfigurige Porträt des Kronprinzen Friedrich Wilhelm III. (1831–1888), der 1888 für 99 Tage als Kaiser Friedrich I. regierte, entstand auf dessen eigene Bestellung unmittelbar im Anschluß an die Siegesfeiern zum Einzug der preußischen Truppen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Es war als Dankes- und Freundschaftsbezeigung für Leonhard Graf von Blumenthal gedacht, einen seiner treuesten Staatsdiener und Militärs, der 1870 als Generalstabschef des Kronprinzen vor Sedan und bei der Belagerung von Paris teilgenommen und gemeinsam mit dem Kronprinzen gekämpft hatte. Er wurde dafür mit einer ansehnlichen Dotation bedacht und später zum Generalfeldmarschall und Generalinspekteur der Armee ernannt.
Kaulbach begann das Werk 1871 in Potsdam, wo er den Kronprinzen während der Sitzungen »als einen geistig bedeutenden Menschen« kennenlernte und »eine tiefe Verehrung für ihn« faßte (zit. nach: I. Kaulbach, Friedrich Kaulbach, Berlin 1931, S. 126). Das Bild wurde nach kurzer Unterbrechung im Herbst des gleichen Jahres auf Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel vollendet, wo sich die kronprinzliche Familie von Mitte bis Ende September 1871 aufhielt. Im Krieg von 1870/71 führte der Kronprinz die Dritte Armee; sie siegte bei Wörth, hatte den Hauptanteil an der Schlacht bei Sedan und schloß später Paris ein. Am 28. Oktober 1870 wurde der Prinz zum Generalfeldmarschall ernannt. Das Bildnis ehrt ihn als erfolgreichen Heerführer.
Zum siegreichen Einzug der Truppen im Juni 1871 in Berlin war das Gebäude der Akademie der Künste Unter den Linden als Teil der Festdekoration mit zahlreichen »Kolossal-Bildnissen« der Kriegshelden geschmückt (Dioskuren, 16. Jg., 1871, H. 27, S. 212). Kaulbach hatte hierfür jedoch die Darstellung des Friedrich Franz von Mecklenburg übernommen, den Kronprinzen malte Oskar Begas. Für sein Porträt des preußischen Kronprinzen erhielt Kaulbach auf der Berliner Akademieausstellung 1872 die Kleine Goldene Medaille. | Bernhard Maaz


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: Fr. Kaulbach 1871

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung. 48. Kunstausstellung, Berlin, Königliche Akademie der Künste im Landesausstellungsgebäude, 1.9.-3.11.1872
– Weltausstellung, Wien, 1.5.-1.11.1873

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1872: 48. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1872, S. 37, Kat.-Nr. 461
– Ausst.-Kat. Wien 1873: Officieller Kunst-Catalog. Welt-Ausstellung 1873 in Wien, Ausst.-Kat. Wien 1873, S. 158, Kat.-Nr. 558
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 2, S. 685, Kat.-Nr. 23
– Dioskuren 1856: Max Schasler (Hrsg.), Die Dioskuren. Deutsche Kunst-Zeitung. Hauptorgan der Deutschen Kunstvereine, Berlin, Nicolai, 1856, Jg. 16, 1871, S. 286
– Dioskuren 1856: Max Schasler (Hrsg.), Die Dioskuren. Deutsche Kunst-Zeitung. Hauptorgan der Deutschen Kunstvereine, Berlin, Nicolai, 1856, Jg. 17, 1872, S. 345
– Kaulbach 1931: Isidore Kaulbach, Friedrich Kaulbach Erinnerungen an mein Vaterhaus, Berlin, Mittler, 1931, S. 124, 126 f
– Lützow/Osborn 1866: Carl von Lützow und Max Osborn (Hrsg.), Zeitschrift für bildende Kunst. Mit dem Beiblatt "Kunst-Chronik", Leipzig 1866-1889, 1890-1939, 1873, S. 28
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 416 mit Abb.


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