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Das Maifeld des Deutschen Kaisers. Entwurf für das Wandgemälde im Treppenhaus des Gerichtsgebäudes in Kassel
  • Das Maifeld des Deutschen Kaisers. Entwurf für das Wandgemälde im Treppenhaus des Gerichtsgebäudes in Kassel
  • Bild & Entwurf
  • Louis Kolitz (5.4.1845 - 24.7.1914), Maler
  • 1882/1885
  • Öl auf Leinwand
  • 75 x 171,5 cm
  • Ident.Nr. A III 571
  • 1893 nach Vollendung der Wandgemälde in Kassel vom Künstler erworben
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Der bildmäßig ausgeführte Entwurf für ein Wandgemälde im Treppenhaus des Regierungs- und Gerichtsgebäudes in Kassel ist wohl der späteste von den drei erhaltenen (Neue Galerie, Kassel; Amtsgericht, Kassel). Er kommt mit den zahlreichen, neu eingeführten Figuren im Vordergrund und der Darstellung des deutschen Kaisers, der unter einer Eiche auf einem prächtigen Thron zu Gericht sitzt und zugleich einer Truppenparade beiwohnt, der späteren Ausführung im Kasseler Justizpalast am nächsten. Das zweite Hauptgemälde dort, die »Überreichung der Pandekten an Kaiser Justinian«, malte Hermann Knackfuß (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 570), die vier Kardinaltugenden Joseph Scheurenberg. Der Auftrag an die drei Künstler erfolgte im Jahr 1882; bis August 1890 war Kolitz mit seinem Wandbild beschäftigt. Anfang der 1920er Jahre wurde die Ausmalung durch neue Fresken ersetzt.
Seit der ersten Reichsversammlung unter Karl dem Großen fanden diese jährlich in verschiedenen Reichs- und Bischofsstädten des Heiligen Römischen Reiches statt. Die Reichstage dienten ursprünglich der Heerschau im März oder Mai, vor den Kriegszügen im Sommer, daher der Name ›Maifeld‹. Die Darstellung von Kolitz ist eine assoziative Kompilation damals gängiger Vorstellungen vom Mittelalter. Denkbar ist allerdings, daß der Maler auf den berühmten Mainzer Hoftag Kaiser Friedrichs I. Barbarossa an Pfingsten 1184 Bezug nimmt. Da die Ankündigung des Hoftages bereits ein Jahr im voraus erfolgt war, konnten neben den Besuchern aus den Reichsgebieten nördlich der Alpen auch Franzosen, Spanier, Engländer, Italiener und Besucher vom Balkan anreisen. Die hohen Besucherzahlen und die prächtigen Veranstaltungen zeugten von der Machtentfaltung der Staufer. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 2, S. 766, vgl. Nr. II/1 (Wandgemälde)
– Donop 1902: Katalog der Handzeichnungen Aquarelle und Oelstudien in der Königl. National-Galerie, bearb. v. Lionel von Donop, Berlin, Mittler, 1902, S. 234, Kat.-Nr. Kolitz 1
– Linnebach 1990: Andrea Linnebach, Louis Kolitz 1845-1914, Verzeichnis sämtlicher Werke von Louis Kolitz im Besitz der Staatlichen und Städtischen Kunstsammlungen Kassel, Neue Galerie und Graphische Sammlung, hrsg. v. Ulrich Schmidt, Kassel, Die Kunstsammlungen, 1990, S. 43
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 460 mit Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 21, 1927, S. 237


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