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Französische Infanterie
  • Französische Infanterie
  • Bild
  • Otto von Faber du Faur (3.6.1828 - 10.8.1901), Maler
  • um 1892/1894
  • Öl auf Pappe
  • 55,8 x 74 cm
  • Ident.Nr. A II 576
  • 1927 Ankauf vom Sohn des Künstlers, dem Maler Hans von Faber du Faur, München
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Otto von Faber du Faur verfolgte über lange Jahre eine militärische Laufbahn. Aber schon während der Ausbildung zum Offizier ließ er sich mehrfach für seine künstlerische Ausbildung beurlauben. Er studierte bei Schlachtenmalern in München und Paris, erst 1867 gab er das Soldatenleben zugunsten der künstlerischen Tätigkeit auf. In seinem überraschend eigenständigen Werk versuchte Faber du Faur, dieses konventionelle, gesellschaftlich hoch bewertete Thema der Militärmalerei mit modernen visuellen Vorstellungen zu verbinden. In den letzten Schaffensjahren konnte der Farbduktus, pointillistische Effekte vorwegnehmend, die Darstellungsinhalte nahezu verschleiern. Das hier gezeigte marschierende Infanteriebataillon, entindividualisierte Einzelne in einheitlicher Bewegung, erscheint als ein Streifen in den Landesfarben blau-weiß-rot mit einer seltsamen Spiegelbildlichkeit um die Mittelachse herum.
»Zutiefst war Faber ein romantischer Seher, ein koloristischer Phantasierer, ein Musiker mit Farben. Wenn französische Trommler einhermarschieren, so wird ihm das eine auf Rot und Blau gestimmte Melodie« (H. Mackowsky in: Otto von Faber du Faur, Ausst.-Kat., Berlin 1927, S. 7). Seine Malerei ist von französischen Vorbildern (Théodore Géricault, Eugène Delacroix) ebenso beeinflußt wie von den Schlachtenbildern des jungen Hans von Marées, den er bewunderte. In ausgeführteren Gemälden suchte er den dunklen, tiefen Farbenklang von dessen späten Werken aufzunehmen (vgl. »Die heiligen drei Könige«, 1876, Nationalgalerie, Kriegsverlust). | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: O.Faber duFaur

AUSSTELLUNGEN
– Otto von Faber du Faur 1828-1901, Berlin, National-Galerie, 1927

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin1927: Otto von Faber du Faur, 1828 -1901, Ausst.-Kat. National-Galerie, Berlin, Februar - April 1927, Kat.-Nr. 154
– Justi 1932: Ludwig Justi, Von Runge bis Thoma. Deutsche Malkunst im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Gang durch die National-Galerie, Berlin, Bard, 1932, S. 209
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 224 mit Abb.


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