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Mary Lady Curzon
  • Mary Lady Curzon
  • Bild
  • Franz von Lenbach (13.12.1836 - 6.5.1904), Maler
  • um 1902
  • Öl auf Pappe
  • 68 x 76 cm
  • Ident.Nr. A III 513
  • 1967 Ankauf von Stephanie Kenzler, Strausberg bei Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Wie das Bildnis Theodor Mommsens (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 616) besitzt auch diese Studie eine deutlich erkennbare Unterzeichnung, welche die wiedererkennbaren Hauptlinien festlegt. Unklar bleibt bei beiden Werken, ob diese Unterzeichnung nach vergrößerten Fotografien gepaust ist. Der Farbton des Malkartons ist bei beiden Studien in die Bildwirkung einbezogen, die Farbe ist nur höhend aufgesetzt, mit partiellen Lasuren sind Tiefe und Plastizität erzeugt.
In diesen, ehemals sehr beliebten, bildmäßigen Studien Lenbachs ist die physische Existenz der Dargestellten gleichsam zurückgedrängt, dagegen erscheinen Charakter und sublime Geistigkeit mit wenigen treffenden Strichen herausgehoben. »Manche der nur flüchtig hingeworfenen Skizzen übertrifft in dieser Beziehung Lenbachs ausgeführte Gemälde«, hatte bereits 1888 ein Kritiker der Zeitschrift »Die Kunst für Alle« geurteilt (3. Jg., 1887/88, H. 7, S. 109).
Lady Mary Victoria Curzon (1870–1906) war gebürtige Amerikanerin. 1895 heiratete sie den späteren Lord George Curzon, Marquess of Kedleston, der von 1898 bis 1905 Vizekönig von Indien war. Aus den Briefen an ihren Gatten erfahren wir viel über Lenbachs Villa (»all the lovely rooms with the Titians smiling off the walls.«) und insbesondere über seinen Arbeitsstil: »He posed me and a man with a camera did the rest. He must have taken 20 photographs when he said Enough. […] Next day we returned to find his first sketch, by which I was dumbfounded« (zit. nach: S. Mehl, Franz von Lenbach in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München 1980, S. 133–134). Eine weitere Studie der Lady Curzon (um 1901/02) befindet sich in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Ausst.-Kat. München 1970: Malerei nach Fotografie. Von der camera obscura bis zur Pop Art. Eine Dokumentation, hrsg. v. Josef A. Schmoll, Ausst.-Kat. Münchner Stadtmuseum 8.9.-8.11.1970, Kat.-Nr. 670-673
– Die Kunst für Alle 1886-1941: Friedrich Pecht (Hrsg.), Die Kunst für Alle, München, Bruckmann, 1886-1941, 1887/88, Heft 3, S. 209
– Mehl 1980: Sonja Mehl, Franz von Lenbach in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, München, Prestel, 1980, S. 133 f., Nr. 253
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 516 mit Abb.
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 231 f., Kat.-Nr. 263 mit Farbabb.


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