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Porträt der Gräfin von Bredow
  • Porträt der Gräfin von Bredow
  • Bild
  • Karl Stauffer-Bern (2.9.1857 - 24.1.1891), Maler
  • 1883
  • Öl auf Leinwand
  • 96 x 75,5 cm
  • Ident.Nr. A II 1007
  • 1944 Ankauf von dem Ehemann der Dargestellten, Graf von Bredow, Berlin-Wilmersdorf
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Im Jahre 1880 fand der 23jährige Karl Stauffer, genannt Stauffer-Bern, im Elternhaus eines Studienfreundes in Berlin kostenfrei Unterkunft und Atelier. Seine Ausbildung hatte er in München, in der Malklasse von Wilhelm von Diez, später bei dessen Nachfolger Ludwig Löfftz erfahren und sich bereits dort auf die Porträtmalerei spezialisiert. Durch Vermittlung Anton von Werners erhielt der mittellose Maler in Berlin erste, durchaus bedeutende Porträtaufträge. 1881 malte er Justizrat Johannes Maximus Mosse, ein Bild, das 1921 als Geschenk der Erben in die Nationalgalerie gelangte, jedoch 1934 an die Familie zurückgegeben wurde. Nach der überraschenden Auszeichnung mit der Kleinen Goldenen Medaille für Kunst auf der Berliner Akademieausstellung von 1881 wurde er rasch zu einem begehrten Bildnismaler der preußischen Hauptstadt. Zu jener Zeit entstand auch das herb wirkende Porträt einer gefaßt im Sessel sitzenden, den Betrachter ruhig ansehenden Gräfin aus der weitverzweigten Familie von Bredow. Stauffer-Bern zeigt sie vor neutralem Hintergrund in betont zurückhaltender Farbigkeit, Braun- und Blautöne herrschen vor. Dennoch ist ihre Persönlichkeit über Gesicht und Haltung erfaßbar. Der ›reinmalerische‹ Zug des Leibl-Kreises und der Diez-Schule ist zugunsten einer Feinmalerei, die er auch in München kennengelernt haben wird, zurückgenommen. An den Freund Peter Halm schrieb er um 1882: »wenn ich nach der Natur arbeite, habe ich absolut keine Courage, ich getraue mich nicht einen ordentlichen Pinsel voll Farbe hinzustreichen, aus Furcht es könnte der Ähnlichkeit schaden, oder man könnte sich an dem Pinselstrich aufrichten« (zit. nach: O. Brahm, Karl Stauffer-Bern, Stuttgart 1892, S. 65). | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

LITERATUR
– Brauer/Jannasch 1968: Verzeichnis der vereinigten Kunstsammlungen Nationalgalerie, Preussischer Kulturbesitz, Galerie des 20. Jahrhunderts, Land Berlin, bearb. v. Heinrich Brauer und Adolf Jannasch, Berlin, Mann, 1968, S. 207
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, Kat.-Nr. 1885
– Nationalgalerie 1976: Nationalgalerie. Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts, bearb. v. Barbara Dieterich und Peter Krieger und Elisabeth Krimmel-Decker, Berlin 1976, S. 395 mit Abb.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 810 mit Abb.


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