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Allegorie auf die Kunstpflege in Berlin
  • Allegorie auf die Kunstpflege in Berlin
  • Bild & Skizze
  • Albert Hertel (19.4.1843 - 19.2.1912), Maler
  • 1882
  • Öl auf Leinwand
  • 83 x 117 cm
  • Ident.Nr. NG 3/94
  • 1993 Geschenk des Dr. Joachim Hertel, Berlin, aus dem Nachlaß des Künstlers
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Neben südlichen Landschaften waren dekorative Stilleben bevorzugte Aufgaben für Albert Hertels Malerei. Das Bild »Allegorie auf die Kunstpflege in Berlin«, vielleicht der Entwurf einer Wanddekoration, vereinigt unter Arkaden im Renaissancestil zahlreiche Symbole der Kunstförderung durch Wilhelm I. und seine Vorgänger. Unter dem rechten Bogen, hinter Attributen der Musik und Literatur, erkennt man das Brandenburger Tor, die 1869–1873 errichtete Siegessäule und Schlüters Reiterstandbild des Großen Kurfürsten; links ein Relief mit der – nur in der Kopfwendung veränderten – Figur des Porphyrion vom Pergamonaltar (die seit 1878 ausgegrabenen Fragmente wurden 1880 im Alten Museum ausgestellt und erregten größtes Aufsehen); dazu der 1877 in Olympia entdeckte Hermes des Praxiteles, den der Archäologe Ernst Curtius als die »Blüte und Krone aller Funde in Olympia« bezeichnete (zit. nach: O. Kaemmel, Kronprinz Friedrich und Ernst Curtius, in: Die Grenzboten, 62. Jg., 1903, Bd. 4, S. 99). Die schlummernde weibliche Figur am linken Bildrand ähnelt der hellenistischen Plastik »Schlafende Ariadne«, von der in Berlin mehrere Kopien existierten. Dahinter steht ein antiker Streitwagen mit einem großen ›depas amphikypellon‹, einem trojanischen Henkelbecher. Damit spielt die Komposition auf die zwei großen deutschen Ausgrabungen jener Jahre an, die auch in einem politischen Zusammenhang gesehen wurden: 1886 war in der Nähe des Lehrter Bahnhofs ein riesiges gemaltes Pergamon- und Olympia-Panorama neben einem »Kaiser-Diorama der centralafrikanischen Erforschungsexpedition« aufgebaut. So zeigt denn Hertels Komposition unter dem mittleren Bogen auch die Symbole der Kaiserwürde in beziehungsreicher Nähe eines Globus. | Claude Keisch


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links oben: AH. [Monogramm] 1882.

AUSSTELLUNGEN
– Kunst in Berlin. 1648-1987, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin im Alten Museum, 10.6.-25.10.1987
– Die Kleine Nationalgalerie, ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, Dortmund, Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, 26.6.2005-31.12.2007
– Pergamon – Panorama der Antiken Metropole, Berlin, Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, 30.09.2011-30.09.2012

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1987: Kunst in Berlin 1648-1987, Ausst.-Kat. Altes Museum, Berlin 10.6.-25.10.1987, S. 307, Kat.-Nr. H 7, Farbtaf. S. 284
– Ausst.-Kat. Dortmund 2005: Die Kleine Nationalgalerie. Ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, hrsg. v. Brigitte Buberl, Ausst.-Kat. Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund 26.6.2005-31.12.2007, S. 172, Kat.-Nr. 64
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 360 mit Abb.
– WVZ Hertel 1981: Ines Hertel, Der Berliner Maler Albert Hertel (1843-1912). Ein Beitrag zur Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, Heidelberg, Esprint, 1981, S. 90, WV Nr. 80


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