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Schäfer bei Tivoli
  • Schäfer bei Tivoli
  • Bild
  • Eugène Joseph Verboeckhoven (9.6.1798 - 11.1.1881), Maler
  • 1846
  • Öl auf Mahagoniholz
  • 85 x 115,5 cm
  • Ident.Nr. W.S. 241
  • 1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der aus einer Künstlerfamilie stammende belgische Maler Eugène Joseph Verboeckhoven nahm seit 1820 erfolgreich an Ausstellungen der Salons von Gent, Brüssel und Paris teil. In den 1830er Jahren eröffnete er ein eigenes Atelier und bildete Schüler aus, ab 1845 unterrichtete er an der Brüsseler Akademie. Er beteiligte sich 1830 am belgischen Unabhängigkeitskampf und wurde Gründungsdirektor der Brüsseler Museen für schöne Künste.
Verboeckhoven schuf hauptsächlich holländischen Meistern des 17. Jahrhunderts nachempfundene Tierstücke. Er war damit überaus erfolgreich und verkaufte die Werke in Europa und nach Übersee. Seine anatomisch präzisen, sich durch leuchtende Farben und eine elegante glatte Malweise auszeichnenden Kompositionen bereitete er mit diversen Studien und Skizzen sorgfältig vor. Verboeckhoven unternahm zahlreiche Reisen, die ihn unter anderem 1841/42 nach Italien führten. 1846 entstand das Gemälde »Schäfer bei Tivoli«, das der seit den 1840er Jahren belgische Gemälde sammelnde Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener neben zwei weiteren Werken vom Künstler erwarb (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 242 und W.S. 243). Vor dem Hintergrund der Landschaft bei Tivoli sucht ein Hirte seine Schaf- und Ziegenherde vor einem aufkommenden Unwetter unter einem rechts oben angedeuteten Felsvorsprung in Sicherheit zu bringen. Die Tiere stürmen hastig eine Anhöhe hinauf, wirbelnde Staubwolken verstärken die Dramatik. Links im Hintergrund sind Wasserfälle und die Villa des Maecenas zu sehen. Wagener zeigte das Bild auf der Berliner Akademieausstellung. In einem Brief vom 6. Oktober 1846 an Verboeckhoven berichtete er, die Kritiker hätten dessen Bild sehr gelobt, einen entsprechenden Zeitungsausschnitt legte er nebst Übersetzung seinem Schreiben bei (SMB-ZA, IV/NL Wagener, Künstlerbriefe) . | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: Eugène Verboeckhoven ft 1846.

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Königliche Akademie der Bildenden Künste, 1846

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1846: 35. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1846, 2. Nachtrag, S. 174, Kat.-Nr. 1805
– Ausst.-Kat. Berlin 2011: Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Angelika Wesenberg und Udo Kittelmann, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin 23.3.2011-8.1.2012, Kat-Nr. 241
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 923, Kat.-Nr. 17
– Jordan 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin, bearb. v. Max Jordan, Berlin, Mittler & Sohn, 1876, 2. Aufl., S. 259, Kat.-Nr. 360
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1876-1902, Kat.-Nr. 360
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 866 mit Abb.
– Waagen 1861: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des am 18. Januar 1861 zu Berlin verstorbenen Königlichen Schwedischen und Norwegischen Konsuls J. H. W. Wagener, welche durch letztwillige Bestimmung in den Besitz Seiner Majestät des Königs übergegangen ist, hrsg. v. Gustav Friedrich Waagen, Berlin 1861, S. 133 f., Kat.-Nr. 241


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