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Sibyllen in Santa Maria della Pace in Rom (Kopie nach Raffael)
  • Sibyllen in Santa Maria della Pace in Rom (Kopie nach Raffael)
  • Bild
  • Julius Schoppe d. Ä. (27.1.1795 - 30.3.1868), Zugeschrieben, Kopist
    Unbekannter Künstler, Maler
    Raffaelo Santi (26.3.1483 - 6.4.1520), Maler des Originals
  • um 1825
  • Öl auf Leinwand
  • 33,3 x 67,5 cm
  • Ident.Nr. A III 827
  • 1923 mit der Sammlung des Beuth-Schinkel-Museums in die Verwaltung der Nationalgalerie übergegangen
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Die Kataloge der Berliner Akademieausstellungen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verzeichnen nach Raffael so viele Kopien wie nach keinem anderen Künstler. Freilich handelt es sich meist um Zeichnungen und Teilkopien, etliche größere Arbeiten entstanden aber auch für oder im Umkreis der Kopien für den Raffael-Saal der Potsdamer Bildergalerie.
Julius Schoppe (der Ältere) war als Stipendiat der Berliner Akademie von 1817 bis 1822 in Rom. Er studierte und kopierte dort unter anderem Werke von Raffael, Tizian und Correggio, einige seiner Raffael-Kopien kamen in die Potsdamer Sammlung.
Die kleine Kopie nach einem 1515 entstandenen Wandbild von Raffael mit weissagenden Sibyllen in der Kirche Santa Maria della Pace in Rom war 1826 auf der Berliner Akademieausstellung zu sehen (Kat.-Nr.86). Ob sie bereits in Italien entstand oder nach Studien oder Kupferstichen in Berlin, muß offenbleiben. Christian Peter Wilhelm Beuth, der in seiner Tätigkeit als Direktor der Technischen Deputation wie in seiner Kunstsammlung die Bildungsrichtung seiner Zeit spiegelte, erwarb die Kopie, wenn er sie nicht gar beauftragt hat. »Natürlich galt auch den großen Italienern, namentlich Raffael, der ganze Eifer Beuths, so wie er sich damals und in dem für einen bürgerlichen Sammler möglichen Rahmen verwirklichen ließ« (P. O. Rave, Das Schinkel-Museum und die Kunst-Sammlungen Beuths, Berlin 1931, S. 111 f.). »Um sich auch der Färbung, welche namentlich den Frescobildern Raphaels einen so wunderbaren Reiz gewährt, erfreuen zu können, scheute er selbst einen ansehnlichen Aufwand nicht, sich die mit vieler Sorgfalt nach den Originalen kolorierten Blätter anzueignen«, erinnerte sich der Kunsthistoriker Gustav Friedrich Waagen später an die große Kupferstichsammlung Beuths (zit. nach: ebd., S. 108). In Hinblick auf die Präzision der Darstellung könnte diese Wiedergabe eines Freskos von Raffael auch nach einem Kupferstich entstanden sein. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Akademie der Künste, 1826

LITERATUR
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 641 unter III.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 764 mit Abb.


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