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Das letzte Abendmahl
  • Das letzte Abendmahl
  • Bild
  • Wilhelm Sohn (29.8.1830 - 16.3.1899), Maler
  • 1868-1894
  • Öl auf Leinwand
  • 126 x 182 cm
  • Ident.Nr. A I 1081
  • 1909 Ankauf von Dr. Celara Dietrich, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
1868 setzte der preußische Kultusminister Heinrich von Mühler den Maler Wilhelm Sohn darüber in Kenntnis, daß der Staat sein »in Arbeit befindliches Gemälde ›Abendmahlsfeier‹ nach dessen Vollendung für den F[est]preis von 7000 Mk für die National-Galerie« anzukaufen gedenke (Schreiben vom 21.3.1868, SMB-ZA, I/NG 1959, Journal-Nr. 1868/o. A., Bl. 1). Die historisierende Darstellung eines todkranken Mädchens, das im Kreis der Familie in einem protestantischen Bürgerhaus des 17. Jahrhunderts das letzte Abendmahl empfängt, bereitete Sohn durch Studien und Skizzen vor, die er in den folgenden Jahren auch ausstellte (zwei davon heute im Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Diese »Meisterwerke in subtiler Zeichnung und Modellierung […] lassen eine Schöpfung von ernster Gediegenheit und edler Größe der Auffassung erwarten« (A. Rosenberg, Aus der Düsseldorfer Malerschule, Leipzig 1889, S. 47). Doch die Vollendung des Gemäldes verzögerte sich: durch den schlechten Gesundheitszustand des Künstlers, die Lehrtätigkeit an der Akademie in Düsseldorf, und weil Sohn – wie Heinrich Franz-Dreber – auf der Suche nach dem ›absoluten Meisterwerk‹ kein Genügen an seiner Arbeit finden konnte. Er war so verunsichert, daß noch 1881 »eine Skizze in irgendeiner Werkstatt eines Freundes oder Schülers imstande war, ihn zu veranlassen, die Farbenstimmung des Bildes umzuwerfen« (Th. Rocholl, Ein Malerleben, Berlin 1921, S. 67). Vermutlich zog das Ministerium sein Angebot letztlich zurück. Das heute in der Nationalgalerie befindliche, unvollendete Bild wurde erst 1909, zehn Jahre nach dem Tod des Künstlers, aus Berliner Privatbesitz erworben. | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. oben rechts (in einem Relieffeld der Supraporte): 1894

AUSSTELLUNGEN
– Internationale Kunst-Ausstellung Berlin 1896. Zur Feier des 200jahrigen Bestehens der Königlichen Akademie der Künste., Berlin, Königliche Akademie der Künste, 1896
– Jubiläums-Ausstellung aus Anlaß des 150jährigen Bestehens akademischen Ausstellungen 1786-1936. Deutsche Malerei und Graphik vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Berlin, Preußische Akademie der Künste, März - Mai 1936

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1896: Internationale Kunst-Ausstellung Berlin 1896. Zur Feier des 200jährigen Bestehens der Königlichen Akademie der Künste., Ausst.-Kat. Königliche Akademie der Künste, Berlin 1896, S. 115, Kat.-Nr. 2127
– Ausst.-Kat. Berlin 1936: Jubiläums-Ausstellung aus Anlaß des 150jährigen Bestehens akademischen Ausstellungen 1786-1936. Deutsche Malerei und Graphik vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Ausst.-Kat. Preußische Akademie der Künste Berlin, Frühjahr 1936, S. 50, Kat.-Nr. 304
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 768, 769, Kat.-Nr. 26
– Kunstchronik 1899: Anonym [gez. "P."], Nekrologe. Wilhelm Sohn, in: Kunstchronik, N.F., 10. Jg. (1899), H. 20 (30. März), S. 309-310, Sp. 310
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 798 mit Abb.
– Paffrath/Sitt 1997: Hans Paffrath und Martina Sitt (Hrsg.), Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819-1918 in drei Bänden, München, Bruckmann, 1997-1998, Bd. 3, S. 298 f.
– Rocholl 1921: Theodor Rocholl, Ein Malerleben, Berlin, Verlag der Täglichen Rundschau, 1921, S. 67
– Rosenberg 1889: Adolf Rosenberg, Aus der Düsseldorfer Malerschule. Skizzen und Studien, Leipzig, Ramm & Seemann, 1889, S. 46 f.
– Schaarschmidt 1902: Friedrich Schaarschmidt, Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst insbesondere im XIX. Jahrhundert, Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Festfalen, 1902, S. 267 ("Abendmahlsfeier einer Sterbenden in einem protestantischen Patrizierhause des XVII Jahrhunderts"), S. 271 ("unvollendet")
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 31, 1937, S. 217


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