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Bildnis Friedrich Hebbel
  • Bildnis Friedrich Hebbel
  • Bild & Pendant
  • Carl Rahl (13.8.1812 - 9.7.1865), Maler
  • 1855
  • Öl auf Leinwand
  • 138 x 100 cm
  • Ident.Nr. A I 1114
  • 1911 Vermächtnis von der Witwe des Dargestellten, Christine Hebbel, geb. Enghaus, Wien
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Als Friedrich Hebbel (1813–1863) im Oktober 1844 in Rom eintraf, enttäuschten ihn die dort lebenden deutschen Künstler: Sie erschienen ihm ohne »höheren Trieb«. Ausnahmen bildeten Louis Gurlitt, mit dem er sich gleich anfreundete, und Carl Rahl, dem er sich nach dessen Rückkehr nach Wien eng anschloß. Beide verband das bewußte Streben nach Großem ebenso wie die Verachtung des herrschenden Philistertums. Rahl hat Hebbel zweimal gemalt: Das erste, um 1850 gemalte Bildnis, ein Brustbild, besitzt das Frankfurter Goethe-Museum. Das zweite, in der Nationalgalerie bewahrte Porträt wirkt durch die Dreiviertelfigur repräsentativer. Rahl zeigt den Dichter deutlich vitaler und dynamischer als Friedrich Preller in seiner Zeichnung von 1858 (Klassik Stiftung Weimar, Kunstsammlungen) oder Fotografien aus derselben Zeit. Das Zarte in Gesichtszügen und Gestalt, das dort unterstrichen wird, verwandelt sich bei Rahl in weltmännische Eleganz. Rahls Schüler und Vertrauter August George-Mayer gab dem ersten Porträt entschieden den Vorzug; das jüngere sei »das Opfer einer Übergangsperiode von der Deckfarbe zur Lasur und wurde ›verlasiert‹ wie er [Rahl] sich einmal scherzweise ausdrückte« (A. George-Mayer, Erinnerungen an Carl Rahl, Wien 1882, S. 169, Anm. 1). 1858 malte Rahl als formatgleiches Pendant Hebbels Ehefrau, die Hofschauspielerin Christine Hebbel, geborene Enghaus (ehemals Nationalgalerie, Kriegsverlust). | Claude Keisch


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: C. Rahl pinx. 1855

AUSSTELLUNGEN
– Rahl. Retrospektive, Wien, Österreichischer Kunstverein, Sept. 1865
– Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin im ehemaligen Kronprinzenpalais, Aug. - Sept. 1936

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1936: Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit, Ausst.-Kat. National-Galerie, Kronprinzenpalais Berlin 1.8.-30.9.1936, Taf. 286
– Dioskuren 1856: Max Schasler (Hrsg.), Die Dioskuren. Deutsche Kunst-Zeitung. Hauptorgan der Deutschen Kunstvereine, Berlin, Nicolai, 1856, Jg. 8, 1863, S. 103 f., 111, 125-127, 134 f., 247-249, 292-294, 301-303 (Zitat S. 248
– George-Mayer 1882: August George-Mayer, Erinnerungen an Carl Rahl, ein Beitrag zur Kunstgeschichte Wiens (von 1847 bis 1863), Wien, Lehmann und Wentzel, 1882, S. 101, 169
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 678 mit Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 27, 1933, S. 570


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