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Johann Christoph Gottsched mit seiner Frau
  • Johann Christoph Gottsched mit seiner Frau
  • Bild
  • Adám Mányoki (1673 - 6.8.1756), Zugeschrieben, Maler
    Unbekannter Künstler, Maler
  • 1735/1740
  • Öl auf Leinwand
  • 110 x 85 cm
  • Ident.Nr. A II 930
  • 1938 erworben im Tausch von Fritz Bender, Zürich
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Reinhard Saczewski
Description
Provenienz
Der einflußreiche rationalistische Literaturtheoretiker Johann Christoph Gottsched (1700–1766), Professor für Poetik und Beredsamkeit in Leipzig, erwarb sich bedeutende Verdienste um die Erforschung und Erkenntnis der Gesetze der deutschen Sprache. Als Anhänger der Aufklärung setzte er sich für deren Verständlichkeit ein (»Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen«, 1730). Mit seiner Reform des von Schwulst und Possen der Wandertruppen beherrschten Theaters erstrebte Gottsched eine Hinwendung zum französischen Klassizismus (»Deutsche Schaubühne nach den Regeln der Griechen und Römer eingerichtet«, 1740–1745). Er verbündete sich mit der Truppe der Friederike Caroline Neuber, auch als ›die Neuberin‹ bekannt, und schuf mit seinen Musterstücken und Übersetzungen von Pierre Corneille und Jean Baptiste Racine ein Repertoire für die deutsche Bühne.
Das repräsentative, sich durch Frische und Lebhaftigkeit auszeichnende Doppelporträt zeigt Gottsched mit seiner ersten Ehefrau Luise Adelgunde Victorie (1713–1762), genannt ›die Gottschedin‹, und ist wohl anläßlich der Heirat 1735 gemalt worden. Die auch geistige Verbundenheit des Paares wird in den ineinanderliegenden rechten Händen deutlich. Seiner Gattin huldigend, hält Gottsched eine weiße Blüte über ihr Haupt. Luise Gottsched übersetzte und schrieb Bühnenstücke, unter anderem die Komödie »Die Pietisterey im Fischbein-Rocke: Oder die Doctormäßige Frau« (1736), und hinterließ ein anregendes, lebendiges Briefwerk. Das stilistisch dem höfischen Barock verpflichtete Gemälde wurde für die Bildnissammlung der Nationalgalerie als ein mutmaßliches Werk des ungarischen, zum sächsischen Hofmaler ernannten, ab 1731 in Dresden und Leipzig wirkenden Porträtisten Ádám Mányoki erworben (vgl. SMB-ZA, I/NG 946, Journal-Nr. 1938/349). | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Kunst der Goethezeit. "Classizismus und Romantizismus", Papenburg-Aschendorf, Gut Altenkamp, 8.5.-26.9.1999
– Die Kunst der Aufklärung, Peking, chinesisches Nationalmuseum, 01.04.2011-31.03.2012

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Beijing 2011: Die Kunst der Aufklärung. Eine Ausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresdenm der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München und des National Museum of China, Ausst.-Kat. National Museum of China, Beijing, 2011, S. 290, Abb. 2
– Ausst.-Kat. Papenburg-Aschendorf 1999: "Classizismus und Romantizismus". Kunst der Goethezeit, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf 8.5.-26.9.1999, S. 48, Kat.-Nr. 11
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 554 mit Abb.
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave (Hrsg.), National-Galerie. Gemälde Zeichnungen Bildwerke, Berlin, Das Neue Berlin, 1949, 2. Aufl., S. 53
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave, Das geistige Deutschland im Bildnis. Das Jahrhundert Goethes, Berlin, Verlag des Druckhauses Tempelhof, 1949, S. 2, Taf.
– Unger 2003: Thorsten Unger, Johann Christoph und Luise Adelgunde Victoria Gottsched, in: Dichter von Walther von der Vogelweise bis Elfriede Jelinek, hrsg. v. Frank Möbius und Friederike Schmidt-Möbus, Stuttgart, Reclam, 2003, S. 28, Farbtaf. S. 29


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