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Grabdenkmäler der Grafen zu Mansfeld in der Andreaskirche zu Eisleben
  • Grabdenkmäler der Grafen zu Mansfeld in der Andreaskirche zu Eisleben
  • Bild
  • Carl Georg Anton Graeb (18.3.1816 - 8.4.1884), Maler
  • 1860
  • Öl auf Leinwand
  • 87 x 118,5 cm
  • Ident.Nr. A I 82
  • 1873 erworben vom Verein der Kunstfreunde im preußischen Staate
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
1841 beauftragte Friedrich Wilhelm IV. den jungen Carl Graeb mit der Dokumentation neu gestalteter Parkanlagen und Bauten in und um Potsdam. Dadurch bestärkt, verlegte sich dieser völlig auf die Architekturmalerei. In der Wahl der Motive seines freien Werkes bevorzugte er allerdings mittelalterliche Architekturen. Er verband in diesen Darstellungen spätromantischen Geist mit dem neuen Interesse an Denkmalpflege und an touristischen Reisezielen. Carl Graeb wurde Hofmaler, Mitglied der Akademie, 1869 ihres Senats, er war ein erfolgreicher Maler.
Die vorliegende Ansicht aus der Andreaskirche zu Eisleben wurde vom Verein der Kunstfreunde im preußischen Staate angekauft. Sie zeigt den Blick in den südlichen Nebenchor, der seit dem 16. Jahrhundert als Grabkapelle der Grafen von Mansfeld diente: rechts die Tumba für Graf Hoyer VI. von Mansfeld-Vorderort (gestorben 1540), umgeben von vier Sandsteinsäulen mit Statuettengruppen, das Hauptwerk des Bildhauers Hans Schlegel und ein Höhepunkt mitteldeutscher Renaissanceplastik; dahinter und an der Wand gegenüber die architektonisch aufgebauten Epitaphien des Grafen Ernst II. (gestorben 1531) und seiner Frau Dorothea (gestorben 1578); geradezu das Epitaph der Gräfin Magdalena (gestorben 1565) und ihres Gemahls Albrecht III. (1480–1560), Luthers Landesherr und ein eifriger Förderer der Reformation.
In der Sammlung der Zeichnungen befindet sich eine Reisestudie des gleichen Motivs (Aquarell und Deckfarben; heute: Kupferstichkabinett, Berlin, SZ Graeb 46) und ein großes Aquarell von 1855 mit Darstellung nur der rechten Seite der Kapelle (ebd., SZ Graeb 47), im Stedelijk Museum in Amsterdam eine kleinere Fassung aus dem Besitz des Museumsgründers C. P. van Eeghen. – Nach dem Gemälde aus dem Bestand der Nationalgalerie entstand eine Radierung von Bernhard Mannfeld. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts unten: C. Graeb. Berlin / 1860.

AUSSTELLUNGEN
– Amsterdamer Akademie-Ausstellung 1860, Amsterdam, 1860
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Akademie der Künste, 1860
– Exposition universelle, Paris, 1.4.-31.10.1867
– Werke von Karl Graeb, Otto Günther und Albert Berg. Neunzehnte Sonder-Ausstellung der National-Galerie zu Berlin, Berlin, Königliche National-Galerie, 23.11.1884-15.1.1885
– Jahrhundert-Ausstellung, Ausstellung deutscher Kunst aus der Zeit von 1775-1875, Berlin, Königliche National-Galerie, Jan. - Mai 1906
– Die Kleine Nationalgalerie, ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, Dortmund, Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, 26.6.2005-31.12.2007

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1884: Werke von Karl Graeb, Otto Günther und Albert Berg. Neunzehnte Sonder-Ausstellung der National-Galerie zu Berlin, Ausst.-Kat. Königliche National-Galerie zu Berlin 23.11.1984-15.1.1885, Kat.-Nr. 344
– Ausst.-Kat. Berlin 1906: Ausstellung deutscher Kunst aus der Zeit von 1775-1875 in der Königlichen Nationalgalerie, hrsg. v. Hugo von Tschudi, Ausst.-Kat. Königliche Nationalgalerie, Berlin 1.-5.1906, Bd. II, Kat.-Nr. 611, Abb. S. 193
– Ausst.-Kat. Dortmund 2005: Die Kleine Nationalgalerie. Ein Bildersaal deutscher Kunst im 19. Jahrhundert, hrsg. v. Brigitte Buberl, Ausst.-Kat. Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund 26.6.2005-31.12.2007, S. 119, Kat.-Nr. 30
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 1, S. 420, Kat.-Nr. 26
– Dioskuren 1856: Max Schasler (Hrsg.), Die Dioskuren. Deutsche Kunst-Zeitung. Hauptorgan der Deutschen Kunstvereine, Berlin, Nicolai, 1856, Jg. 5, 1860, S. 369, 383, 385
– Donop 1902: Katalog der Handzeichnungen Aquarelle und Oelstudien in der Königl. National-Galerie, bearb. v. Lionel von Donop, Berlin, Mittler, 1902, vgl. S. 154, Kat.-Nr. 46 und 47
– Jordan 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin, bearb. v. Max Jordan, Berlin, Mittler & Sohn, 1876, 2. Aufl., S. 101 f., Kat.-Nr. 90
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1876-1902, Kat.-Nr. 90
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 290 mit Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 24, 1921, S. 473


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