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Bildnis des Schauspielers Conrad Ekhof
  • Bildnis des Schauspielers Conrad Ekhof
  • Bild
  • Anton Graff (18.11.1736 - 22.6.1813), Maler
  • nach 1774
  • Öl auf Leinwand
  • 62,5 x 50,5 cm
  • Ident.Nr. A I 1130
  • 1911 Vermächtnis des Hofschauspieldirektors Friedrich Haase, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Klaus Göken
Description
Provenienz
Conrad Ekhof (1720–1778) wandte sich zwanzigjährig der Schauspielerei zu. Sein erstes Engagement erhielt er 1740 bei der Schönemannschen Gesellschaft in Lüneburg, ab 1757 war er vorwiegend in seiner Heimatstadt Hamburg tätig. 1764 trat Ekhof dort der Theatertruppe von Conrad Ackermann bei, die aufgrund ihres großen Erfolges ein eigenes Schauspielhaus erhielt und 1767 das erste deutsche Nationaltheater mitbegründete. Hier kam der Schauspieler mit dem Dramaturgen Gotthold Ephraim Lessing in freundschaftliche Verbindung, in dessen Schriften zum Theater er die Bestätigung seiner eigenen Bemühungen fand.
Ab 1771 spielte Ekhof am Weimarer Hof. Sein letztes Engagement nahm er 1774 als Leiter des neu eröffneten Gothaer Hoftheaters an. Ekhof war einer der besten Schauspieler seiner Zeit. Vor allem seine ausdrucksvolle, modulationsfähige Stimme beeindruckte das Publikum. Er führte einen modernen, realistischen Darstellungsstil ein, mit dem er entschieden zur Erneuerung der deutschen Schauspielkunst beitrug.
Während Graff Schauspielerkollegen wie Esther Charlotte Brandes (Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln) oder August Wilhelm Iffland (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam) in Rollenporträts darstellte, ist dieses Bildnis ganz auf die lebendigen Gesichtszüge Ekhofs konzentriert. Bei dem Gemälde handelt es sich um eine Replik jenes Porträts, das wohl bei einem Gastspiel der Seylerschen Gesellschaft während der Herbstmesse 1774 in Leipzig entstand und unmittelbar in den Besitz des Herzogs von Gotha gelangte (heute Stiftung Schloß Friedenstein, Gotha). Die Replik erwarb die Nationalgalerie 1911 aus dem Besitz des Coburger Hofschauspieldirektors Friedrich Haase. Dieser kaufte das Bild »1867 von dem alten Oberregisseur Kawaczynski in Gotha, dessen Großvater es von einem Erben Ekhofs, der Direktor des Herzoglichen Hoftheaters in Gotha war, von Graff zum Geschenk erhalten hatte. Friedrich Haase, Herzogl. Sächs. geh. Hofrat« (zit. nach: Aufkleber auf der Bildrückseite). | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Erwerbungen für die Königliche Nationalgalerie von 1910 und 1911, Berlin, Königliche Akademie der Künste, 24.9.-18.10.1911
– Karl Friedrich Schinkels Berliner Bauakademie, Berlin, Staatliche Museen, Kunstbibliothek im Kunstforum der GrundkreditBank, 16.8.-20.10.1996 und 1.11.-26.12.1996
– Anton Graff, Gesichter einer Epoche, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Alte Nationalgalerie, 25.10.2013-23.2.2014

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1911: Erwerbungen für die Königliche Nationalgalerie von 1910 und 1911, Ausst.-Kat. Königlichen Akademie der Künste zu Berlin 24.9-18.10.1911, Kat.-Nr. 61
– Ausst.-Kat. Berlin 1996: Karl Friedrich Schinkels Berliner Bauakademie. In Kunst und Architektur. In Vergangenheit und Gegenwart, Ausst.-Kat. Kunstforum der GrundkreditBank Berlin 16.8.-26.12.1996, S. 150, Kat.-Nr. 68
– Ausst.-Kat. Winterthur 2013: Anton Graff, Gesichter einer Epoche, hrsg. von Marc Fehlman und Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Museum Oskar Reinhart, Winterthur, 22.6.2013-29.9.2013; Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 25.10.2013-23.2.2013, S. 186, Kat.-Nr. 65, Farbtaf. S. 187
– Bühne und Welt 1904/05: Bühne und Welt. Zeitschrift für Theaterwesen, Literatur und Musik., hrsg. v. Deutscher Bühnenverein, Hamburg, Verlag von Bühne und Welt, 7. Jg. (1904/05), , S. 657
– Mackowsky 1913: Hans Mackowsky, Führer durch die Bildnis-Sammlung der Königlichen Nationalgalerie, Berlin, Cassirer, 1913, S. 123, Kat.-Nr. 114
– Mackowsky 1929: National-Galerie. Führer durch die Bildnis-Sammlung, bearb. v. Hans Mackowsky, Berlin, Hermann, 1929, S. 11, Kat.-Nr. 72
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 298 mit Abb.
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave (Hrsg.), National-Galerie. Gemälde Zeichnungen Bildwerke, Berlin, Das Neue Berlin, 1949, 2. Aufl., S. 41
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave, Das geistige Deutschland im Bildnis. Das Jahrhundert Goethes, Berlin, Verlag des Druckhauses Tempelhof, 1949, S. 42, Taf.
– Roob 1963: Helmut Roob, Bemerkungen zu zwei Ekhof-Portäts, in: Forschung und Fortschritte, 37. Jg. (1963), H. 2, S. 58-59, S. 58 f.
– WVZ Berckenhagen 1967: Ekhart Berckenhagen, Anton Graff. Leben und Werk, Berlin, Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, 1967, S. 104, Kat.-Nr. 255, Abb. 254


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