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Frau Hedwig Woworsky, geb. Heckmann
  • Frau Hedwig Woworsky, geb. Heckmann
  • Bild
  • Carl Gussow (25.2.1843 - 27.3.1907), Maler
  • 1878
  • Öl auf Holz
  • 138,5 x 98 cm
  • Ident.Nr. A II 810
  • 1933 Geschenk der Dargestellten, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Der Nachruf des Kunstkritikers Hans Rosenhagen auf den einstigen Modemaler und begehrten Porträtisten vornehmer Damen der Gesellschaft im Berlin der Gründerjahre, Carl Gussow, war vernichtend: »Niemand hätte in jenen Jahren zu sagen gewagt, daß es nicht Kunst sei, was Gussow mache; […] Heut denkt man anders über die Ziele und Aufgaben der Kunst und findet Gussows Malerei schon darum unerträglich, weil diese eine trivial gesehene Natur, noch dazu mit Unterstreichungen der Trivialität, gibt. […] Auf jedem seiner Werke, die Anspruch darauf erheben, Bilder genannt zu werden, gibt es mitten darin ein grelles Krapprot, ein schmetterndes Gelb, ein blendendes Weiß oder sonst eine Farbe, die in einer falschen Tonart Lärm macht und so die Aufmerksamkeit auf sich zieht« (H. Rosenhagen, Karl Gussow, Zur Gedächtnis-Ausstellung der Königl. Akademie der Künste zu Berlin, 1907, Zeitungsausschnitt in: SMB-ZA, Künstlerdokumentation Gussow).
Carl Gussow gehörte wie Ludwig Knaus und Otto Knille zu den von Direktor Anton von Werner an die Berliner Kunstakademie berufenen Lehrern. Sein robuster Realismus, ohne Scheu vor dem gemütvollen Genre (»Das Kätzchen«, 1876, Walker Art Gallery, Liverpool) und zugleich von fast fotografischer Wirklichkeitsnähe, traf auf Bewunderung wie Empörung. Gussows prosaische Gegenwartsbilder standen der spätromantisch-idealistischen wie der neoklassizistischen Kunst verwirrend entgegen.
Hedwig Woworsky (1851–1939) war das einzige Kind des ältesten Sohnes August (1822–1896) von Carl Justus Heckmann (1786–1878), des Begründers einer der bedeutendsten Industriellenfamilien des 19. Jahrhunderts in Berlin. Der Aufstieg der Familie begann mit der Entwicklung von Destillierapparaten zur Herstellung von Kartoffelschnaps. Ab 1836 gab es das Heckmannsche Kupfer- und Messingwalzwerk vor dem Schlesischen Tor. Die Enkelin Hedwig heiratete den damals bekannten Operntenor Anton Woworsky. Mitglieder der Familie Heckmann dienten Theodor Fontane als Vorbilder zu Personen seines Romans »Frau Jenny Treibel« (1892). | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. rechts oben: C. GVSSOW. Brln. / 1878

LITERATUR
– Justi 1951: Ludwig Justi, Ausstellung in der Nationalgalerie 1951, Berlin, Das Neue Berlin, 3. Aufl., S. 53
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, Kat.-Nr. 1751
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 316 mit Abb.
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave (Hrsg.), National-Galerie. Gemälde Zeichnungen Bildwerke, Berlin, Das Neue Berlin, 1949, 2. Aufl., S. 41
– Wesenberg 2001: Angelika Wesenberg und Eve Förschl (Hrsg.), Nationalgalerie Berlin. Das XIX. Jahrhundert. Katalog der ausgestellten Werke, Leipzig, Seemann, 2001, S. 168, Kat.-Nr. 181 mit Farbabb.
– Winter 2008: Petra Winter, "Zwillingsmuseen" im geteilten Berlin. zur Nachkriegsgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin 1945 bis 1958, Berlin, Mann, S. 134, Abb. 120 (1949 vor der Wiedereröffnung der NG)


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