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Tritonen und Najaden. Teil der Wanddekoration der Villa Albers in Berlin-Steglitz
  • Tritonen und Najaden. Teil der Wanddekoration der Villa Albers in Berlin-Steglitz
  • Bild & Zyklus
  • Max Klinger (18.2.1857 - 5.7.1920), Maler
  • 1884/1885
  • Öl auf Leinwand
  • 51 x 102,5 cm
  • Ident.Nr. A I 706 (01)
  • 1901 Ankauf von der Kunsthandlung Eduard Schulte, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: SMB
Description
Provenienz
»In diesem Jahr habe ich die meiste Zeit auf die Ausschmückung eines Wohnraums in Steglitz verwendet. Alles, Wände, Decke, Thüren, alles ist bemalt worden. [...] Wie sehr wünschte ich, Sie könnten einmal die Sache sehen, denn dieses, die große Dekoration, ist wohl mein eigentliches Feld«, schrieb Klinger im Dezember 1884 an Georg Brandes (Briefe von Max Klinger, Leipzig 1924, S. 63). Der österreichische Jurist Julius Albers hatte bei Klinger zunächst vier Wandbilder für das Vestibül seiner neuerbauten Villa in Berlin-Steglitz in Auftrag gegeben, dann ihm den ganzen Raum zur freien Gestaltung überlassen. Klinger stattete den Raum mit vier hochformatigen Landschaften zwischen den Pilastern und einem Kaminbild aus, darüber lief ein mehrteiliger Meeresfries in Querformaten; auch Sockel und Türen waren bemalt. Zu dem ungewohnt farbigen Gesamtkunstwerk gehörten ferner einige Büsten.
Klinger bedankte sich für die »Gelegenheit, einen Raum durchaus und völlig nach meinem Empfinden ausschmücken zu können. [...] Welchen Werth diese realisierte Möglichkeit für mich hat, werden Sie, der mich so oft zum Malen angereizt hat, selbst zu würdigen wissen«, schrieb er an Albers (ebd., S. 61). Der Auftraggeber bot Klinger auch die Möglichkeit, das fertige Vestibül Kunstinteressierten vorzuführen, und der Künstler machte reichlich Gebrauch davon: Max Jordan und Lionel von Donop von der Nationalgalerie, Alfred Lichtwark vom Kunstgewerbemuseum, Berlin, und später Direktor der Hamburger Kunsthalle, Woldemar von Seidlitz von den Dresdner Museen, auch Jules Laforgue und Ernst von Wildenbruch waren in Steglitz.
Die Propagierung kam dem Erhalt der Arbeiten zugute, denn bald stellte sich heraus, daß das Haus von Schwamm befallen war. Nach Zwischenstationen gelangten zwei Hochformate und fünf Querformate in die Hamburger Kunsthalle und ebensoviele in die Nationalgalerie. Dort sind nach Kriegsverlusten nur noch zwei der Meeresfriese vorhanden: »Venus im Muschelwagen« und »Tritonen und Najaden«. | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Max Klinger 1857-1920, Frankfurt am Main, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, 12.2.-7.6.1992
– Max Klinger 1857-1920, Wuppertal, Von der Heydt-Museum, 28.6.-6.9.1992
– Max Klinger, Ferrara, Palazzo dei Diamanti, 17.3.-16.6.1996
– Masterpieces of the Museum Island, Berlin. Visions of the Divine in the Sanctuary of Art, Kobe, City Museum, 9.7.-10.10.2005
– Masterpieces of the Museum Island, Berlin. Visions of the Divine in the Sanctuary of Art, Tokyo, National Museum, 5.4.-12.6.2005

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Ferrara 1996: Beatrice Buscaroli Fabbri, Max Klinger, mostra e catalogo, Ausst.-Kat. Palazzo dei Diamanti, Ferrara, 17.3.-16.6.1996, S. 126, Kat.-Nr. 11, Farbabb. Tav. 10, S. 22
– Ausst.-Kat. Frankfurt am Main 1992: Max Klinger 1857-1920, Ausst.-Kat. Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt am Main, 12.2.- 7.6.1992; Von der Heydt-Museum Wuppertal, 28.6.-6.9.1992, S. 349, Kat.-Nr. 241, Farbabb. S. 239
– Ausst.-Kat. Tokyo 2005: Masterpieces of the Museum Island, Berlin. Visions of the Divine in the Sanctuary of Art, Ausst.-Kat. National Museum, Tokyo, 5.4.-12.6.2005; Kobe City Museum, Kobe, 9.7.-10.10.2005, S. 190, 233, Kat.-Nr. 154, Farbabb. S. 190
– Hartleb 1985: Renate Hartleb, Max Klinger, Berlin, Henschelverlag, 1985, Nr. 4
– Lützow/Osborn 1866: Carl von Lützow und Max Osborn (Hrsg.), Zeitschrift für bildende Kunst. Mit dem Beiblatt "Kunst-Chronik", Leipzig 1866-1889, 1890-1939, NF XVI, 1905, S. 8-13 mit Abb.
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1902-1912, Kat.-Nr. 826 d
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1914-1934, Kat.-Nr. 826 c
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 432 mit Abb.
– Rave 1949: Paul Ortwin Rave (Hrsg.), National-Galerie. Gemälde Zeichnungen Bildwerke, Berlin, Das Neue Berlin, 1949, 2. Aufl., S. 44
– Schumann 1912: Paul Schumann, Die momumental-dekorative Malerei auf der Großen Kunstausstellung Dresden 1912, in: Die Kunst für Alle, 28. Jg. (1912), H. 2, S. 25-44, vgl. S. 27
– Singer 1924: Hans Wolfgang Singer (Hrsg.), Briefe von Max Klinger aus den Jahren 1874 bis 1919, Leipzig, Seemann, 1924, S. 46-57, 60-63
– Winkler 1984: Gerhard Winkler, Max Klinger, Leipzig, Seemann, 1984, S. 236-240


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