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Die Verhaftung der Charlotte Corday
  • Die Verhaftung der Charlotte Corday
  • Bild
  • Henry Scheffer (25.9.1798 - 15.3.1862), Maler
  • 1858
  • Öl auf Leinwand
  • 129 x 163 cm
  • Ident.Nr. A III 685
  • 1928 Vermächtnis der Marianne Perl, geb. Beschütz, Berlin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Aus Protest gegen den Blutterror nach dem Sturz der Girondisten erstach Charlotte Corday d’Armont (1768–1793) am 13. Juli 1793 den Präsidenten des Jakobinerklubs Jean Paul Marat (1743–1793) im Bade und wurde daraufhin guillotiniert. 1830 setzte der Maler Henri Scheffer dieses historische Ereignis in ein Bild um (heute Musée de Grenoble), das im Motiv des ermordeten Marat im Hintergrund das berühmte Gemälde »Marat assassiné« von Jacques-Louis David zitiert (Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel). Scheffers »Verhaftung der Charlotte Corday« darf als sein größter Erfolg gelten. Charles Baudelaire beschrieb das Bild als ein »Werk voller Kühnheit« (Œuvres complètes, Paris 1858, S. 585), den Maler als »Girondisten der Kunst«(ebd, S. 661). Die deutsche Kritik lobte den Verzicht auf Effekthascherei und die »lebendige und gut ausgesprochene Composition« (Kunst-Blatt, Beilage des Morgenblatts für gebildete Leser, 23. Jg., 1842, H. 3, S. 12). »Nichts ist grell und schaudererregend, Alles wahr, ernst und traurig, und das ganze Bild in ein tragisches Element getaucht«, pries Ida Gräfin Hahn-Hahn 1843 beim Anblick des Bildes, das nach einer ersten Präsentation 1831 auf dem Pariser Salon im Musée du Luxembourg zu sehen war (Erinnerungen aus Frankreich, Bd. 2, Berlin 1842, S. 157). Seit den 1840er Jahren war das Werk als Mezzotintostich von Alexandre Sixdeniers verbreitet. Neben einer zweiten Version im Großformat (129,5 × 162,5 cm, Walker Art Gallery, Liverpool) gibt es zahlreiche Wiederholungen sowie Repliken in verkleinertem Format, wie jene aus der Nationalgalerie.| Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten: Henri Scheffer 1858

AUSSTELLUNGEN
– Sachse's permanente Kunstausstellung, Berlin, Salon Sachse, 1866
– Sachse's Kunst-Auction, Berlin, Salon Sachse, Nov. 1869

LITERATUR
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 536, Kat.-Nr. 2 (Anmerkung)
– Hahn-Hahn 1842: Ida Gräfin Hahn-Hahn, Erinnerungen aus und an Frankreich, Berlin, Duncker, 1842, vgl. Bd. 2, S. 157-159
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 720 mit Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 30, 1936, vgl. S. 5


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