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Interieur mit Kamin
  • Interieur mit Kamin
  • Bild & Skizze
  • Friedrich Carl Hausmann (23.9.1825 - 10.3.1886), Maler
  • 1849
  • Öl auf Papier auf Pappe
  • 38 x 21,5 cm
  • Ident.Nr. A III 700
  • 1888 Ankauf von der Witwe des Künstlers aus der Nachlaßausstellung der Nationalgalerie
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
Friedrich Carl Hausmann hatte in seiner Heimatstadt Hanau eine auf die Linie ausgerichtete, nazarenisch geprägte Ausbildung erfahren, bevor er 1848 mit der Hoffnung auf Farbstudien und Farbmalerei nach Belgien ging. Auch die akademische Ausbildung in Antwerpen enttäuschte ihn. Er suchte daher Anregung in den Museen und studierte mit Hingabe Werke der holländischen und flämischen Meister. Weil es ihm um malerische Effekte und um nichts anderes ging, bevorzugte er einfache, ländliche Motive, wie es weit nach ihm die Maler des Leibl-Kreises und selbst noch Liebermann in ähnlicher Weise machen sollten. Der Maler Hausmann, später Direktor der Hanauer Akademie, schnell in Vergessenheit geriet, war in den 1840er und 1850er Jahren überraschend modern. Betrachtet man zum Beispiel die Stimmung seiner Ansichten von Innenräumen, so gründet sich diese allein auf das Licht und die Farbgebung. Es macht die Attraktion des brauntonigen Bildes »Interieur mit Kamin« aus, wie das Licht des hochliegenden Fensters an der Wand entlangstreift und sich auf dem Boden spiegelt. Als Motive dienen einige Küchengeräte und der Raum selbst: Fenster, Kamin, die Tür, das Bild darüber und das Tuch am Haken – Waagerechte, Senkrechte und ein schräg einfallendes Licht. Kein Gedanke ist dargestellt und kein Geschehen. Die heute so innovativ wirkenden Darstellungen konnten damals aber auch kunsthistorisch gelesen werden. Der junge Feuerbach berichtete 1850 bewundernd der Stiefmutter, Hausmann male »köstlich rembrandtisch, daß Vater sich daran erfreuen würde« (J. Allgeyer, Anselm Feuerbach, Bd. 1, Berlin 1904, S. 170 f.) | Angelika Wesenberg


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– XXV. Sonder-Ausstellung in der Königlichen National-Galerie. Werke von G. Meyer von Bremen, R. Schick, K. Hausmann u. A. Behrendsen, Berlin, Königliche National-Galerie, 22.5.-3.7.1887

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1887: 25. Sonderausstellung der National-Galerie, Werke von G. Meyer von Bremen, R. Schick, K. Hausmann u. A. Behrendsen, hrsg. v. Lionel von Donop, Ausst.-Kat. Königliche National-Galerie, Berlin 22.5.-3.7.1887, S. 45, Kat.-Nr. 517
– Donop 1902: Katalog der Handzeichnungen Aquarelle und Oelstudien in der Königl. National-Galerie, bearb. v. Lionel von Donop, Berlin, Mittler, 1902, S. 172, Kat.-Nr. Hausmann 2
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1908-1912, Kat.-Nr. 921
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 340 mit Abb.
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 16, 1923, S. 148
– WVZ Schaeffer 1907: Emil Schaeffer, Friedrich Karl Hausmann. Ein deutsches Künstlerschicksal, Berlin, J. Bard, 1907, S. 112


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