SMB-digital

Online collections database

Die Blaue Grotte auf Capri
  • Die Blaue Grotte auf Capri
  • Bild
  • Carl Friedrich Seiffert (6.9.1809 - 25.4.1891), Maler
  • 1860
  • Öl auf Leinwand
  • 65 x 81 cm
  • Ident.Nr. A I 249
  • 1877 Vermächtnis der Prinzessin Marie von Preußen
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
»Von dieser Grotte haben sie alle geträumt, und wahrlich, es konnte der Preis ihrer Auffindung auch nur einem Maler und Dichter zukommen, aus der Zeit derer, welche die blaue Wunderblume der Poesie suchten bei den Undinen in der Tiefe«, stellte Ferdinand Gregorovius 1880 im Rückblick auf die Romantik fest (Die Insel Capri, Leipzig 1880, S. 75). Bereits in der Antike bekannt, galt die Blaue Grotte auf Capri den Einheimischen als ein von Dämonen bewohnter Ort. Von diesem Aberglauben ließ sich der junge Maler August Kopisch, der im August 1826 nach Capri gekommen war, nicht abschrecken. Gemeinsam mit seinem Freund Ernst Fries entdeckte er schwimmend die durch ihr Licht- und Farbenspiel einzigartige Höhle. Im Gästebuch des Hoteliers Pagano notierte er am 17. August 1826: »Wir benannten diese Grotte die blaue (›la grotta azzura‹), weil das Licht aus der Tiefe des Meeres ihren weiten Raum blau erleuchtet. Man wird sich sonderbar überrascht finden, das Wasser blauem Feuer ähnlich die Grotte erfüllen zu sehen, jede Welle scheint eine Flamme« (A. Kopisch, Die Entdeckung der Blauen Grotte auf der Insel Capri, Berlin 1997, S. 69–70). Die Künstler zeichneten und malten die Grotte, Kopisch beschrieb und publizierte seine Erlebnisse mehrfach. Seit ihrer Wiederentdeckung wurde die Blaue Grotte eine der Hauptattraktionen des Tourismus. Zahlreiche Maler wählten das Naturschauspiel zum Gegenstand ihrer Werke, so auch Carl Friedrich Seiffert, der sich nach seiner Italienreise verstärkt südlichen Landschaftsmotiven zuwandte. Von der in wunderbarem Blau leuchtenden Ansicht der Capri-Grotte schuf er bereits 1850 eine erste Fassung (vgl. F. Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Bd. 2/2, Dresden 1901, S. 730, Nr. 31). Eine Vorstudie befindet sich in der Graphischen Sammlung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. | Birgit Verwiebe


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. links unten (auf dem vorderen Felsen): C. Seiffert, f. 1860.

AUSSTELLUNGEN
– Berliner Akademie-Ausstellung, Berlin, Akademie der Künste, 1860
– Mythos und Naturgewalt Wasser, München, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, 3.7.-21.8.2005

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1860: 42. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1860, S. 75, Kat.-Nr. 919
– Ausst.-Kat. Berlin 2016: August Kopisch. Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder, hrsg. v. Udo Kittelmann und Birgit Verwiebe, Ausst.-Kat. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, 19.3.-17.7.2016, S. 137, Kat.-Nr. 47
– Ausst.-Kat. München 2005: Mythos und Naturgewalt Wasser, hrsg. v. Johann Georg Prinz von Hohenzollern und Christiane Lange, Ausst.-Kat. Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München, 3.6.-21.8.2005, S. 110, Kat.-Nr. 44 mit Farbabb.
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. II, 2, S. 730, Kat.-Nr. 61
– Gregorovius 1880: Ferdinand Gregorovius, Die Insel Capri. Eine Idylle vom Mittelmeer, Leipzig, Brockhaus, 1880, S. 75
– Kopisch 1997: August Kopisch, Die Entdeckung der Blauen Grotte auf der Insel Capri, hrsg. v. Dieter Richter, Berlin, Wagenbach, 1997, S. 69-70
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1878-1902, Kat.-Nr. 432
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 790 mit Abb.
– Schultze 1973: Jürgen Schultze, Heinrich Fried und die Blaue Grotte von Capri, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Bd. 35, Köln 1973, S. 360, Abb. 11-12, S. 361,362
– Thieme/Becker 1907-1950: Ulrich Thieme und Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig, Engelmann, 1907-1950, Bd. 30, 1936, S. 461


SMB-digital is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Germany License.
Permissions beyond the scope of this license may be available at www.bpk-bildagentur.de.