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Kloster Burgeis in Tirol
  • Kloster Burgeis in Tirol
  • Bild
  • Karl Eduard Biermann (26.7.1803 - 16.6.1892), Maler
  • 1832
  • Öl auf Leinwand
  • 94,8 x 72,8 cm
  • Ident.Nr. W.S. 18
  • 1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Beschreibung
Provenienz
Das Gemälde wurde vom Sammler und Stifter der Nationalgalerie Joachim Heinrich Wilhelm Wagener vermutlich als Gegenstück zu dem gleichformatigen »Finstermünz-Paß« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 17) bestellt.
Burgeis ist heute unter dem italienischen Namen Burgusio ein Ortsteil von Malles Venosta im südtiroler Val Venosta (Vinschgau). Die am Berg über dem Ort und am Almeinabach gelegene einstige Benediktinerabtei Marienburg wurde um 1150 gegründet. Von ihrer ursprünglichen romanischen Gestalt zeugt, neben dem Turm und etlichen architektonischen Details, nur noch die mit Fresken ausgestattete Krypta. Der äußere und innere Gesamteindruck wird gänzlich durch die barocke Umgestaltung im 17. und 18. Jahrhundert bestimmt. Biermann hat also den untergegangenen Bau in die wirkliche Landschaft eingefügt. Dabei scheint er nicht auf das plastische Modell zurückgegriffen zu haben, das er in der Kirche sehen konnte: Es gehört zu barocken Figuren der Klosterstifter und zeigt die Baumassen der Kirche deutlich anders als Biermanns Darstellung. Der Maler hat aber auch den unter der Barockhaube romanisch erhaltenen Turm verändert. Während die Verteilung der Baumassen und namentlich die Vorburg mit ihren steilen Stützpfeilern dem heutigen Zustand etwa entsprechen, wurde die Ansiedlung an der Südseite des Klosters monumentalisiert. Wieder häuft Biermann dramatische Motive (wie die Brücke über dem Abgrund mit dem Sturzwasser), und immer höher werden spitze Formen aufgetürmt (Fels, Turmhelme, Tannen, ferne Gipfel). Wie sein Gegenstück ist das Bild ganz auf graue Töne (und Ocker) gestimmt. Die Farbe ist dünn und sehr glatt aufgetragen, ganz im Unterschied zu Biermanns späterer pastoser Manier. | Claude Keisch


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
Bez. Mitte unten: EBiermann 1832.

AUSSTELLUNGEN
– Akademische Kunstausstellung, Berlin, Königliche Akademie der Bildenden Künste, 1832
– Ausstellung des künstlerischen Nachlasses von Paul Graeb und Karl Eduard Biermann. XXXIII. Sonderausstellung der National-Galerie, Berlin, Königliche National-Galerie zu Berlin, 1893
– Der Berg, Heidelberg, Heidelberger Kunstverein, 20.10.2002-26.1.2003
– Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, Berlin, Alte Nationalgalerie, 23.3.2011-8.1.2012
– Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, Berlin, Alte Nationalgalerie, 23.3.2011-8.1.2012
– Romantik und Mittelalter. Architektur und Natur in der Malerei nach Schinkel, Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie, 14.9.2012-6.1.2013
– Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, Papenburg, Gut Altenkamp, 15.5.-19.8.2012
– Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, Papenburg, Gut Altenkamp, 15.5.-19.8.2012
– Meisterwerke der Malerei des 19. Jahrhunderts aus der Nationalgalerie Berlin, Breslau, Muzeum Miejskie Wrocławia, 18.09.2016-15.01.2017

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 1832: 27. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste. Verzeichniß der Werke lebender Künstler, Ausst.-Kat. Akademie der Künste, Berlin, 1832, Kat.-Nr. 46
– Ausst.-Kat. Berlin 1893: Ausstellung des künstlerischen Nachlasses von Paul Graeb und Karl Eduard Biermann, Ausst.-Kat. Königliche Nationalgalerie, Berlin 1893, Kat.-Nr. 184
– Ausst.-Kat. Berlin 2011: Die Sammlung des Bankiers Wagener. Die Gründung der Nationalgalerie, hrsg. v. Birgit Verwiebe, Angelika Wesenberg und Udo Kittelmann, Ausst.-Kat. Alte Nationalgalerie, Berlin 23.3.2011-8.1.2012, Kat-Nr. 18
– Boetticher 1891: Friedrich Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig, Schmidt & Günther, 1891, Bd. I, 1, S. 99, Kat.-Nr. 6
– Gramlich 1990: Sybille Gramlich, Architekturmalerei im 19. Jahrhundert in Deutschland (Dissertation), Berlin 1990, S. 363 f.
– Jordan 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin, bearb. v. Max Jordan, Berlin, Mittler & Sohn, 1876, 2. Aufl., S. 62, Kat.-Nr. 29
– Kugler 1838: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des Königl. Schwedischen und Norwegischen Consuls J. H. W. Wagener zu Berlin, hrsg. v. Franz Kugler, Berlin 1838, Kat.-Nr. 41
– Nationalgalerie Kataloge 1876: Beschreibendes Verzeichniß der Kunstwerke in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Katalog der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Skulpturen in der Königlichen National-Galerie zu Berlin / Verzeichnis der Gemälde und Bildwerke in der National-Galerie zu Berlin, Berlin, 1876-1914, Kat.-Nr. 29
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 76 mit Abb.
– Waagen 1861: Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des am 18. Januar 1861 zu Berlin verstorbenen Königlichen Schwedischen und Norwegischen Konsuls J. H. W. Wagener, welche durch letztwillige Bestimmung in den Besitz Seiner Majestät des Königs übergegangen ist, hrsg. v. Gustav Friedrich Waagen, Berlin 1861, Kat.-Nr. 18
– Waagen 1866: Verzeichniß der Gemälde-Sammlung des J. H. W. Wagener, hrsg. v. Gustav Friedrich Waagen, Berlin 1866, 1850, Kat.-Nr. 15
– Weyl 1842: Louis Weyl, Der Führer durch die Kunstsammlungen Berlins, Berlin, Oehmigke's Buchhandlung, 1842, Kat.-Nr. 41


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