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Porträt Hermann Levi als Johannes der Täufer
  • Porträt Hermann Levi als Johannes der Täufer
  • Bild
  • Franz von Lenbach (13.12.1836 - 6.5.1904), Maler
  • um 1882
  • Öl auf Holz
  • 30,5 x 39 cm
  • Ident.Nr. A I 764
  • 1902 Vorlaß der Mary Levi (spätere Balling), München und Partenkirchen, aus der Sammlung ihres verstorbenen Ehemanns Hermann Levi; 1919 endgültige Übergabe nach dem Tod der Stifterin
  • Sammlung: Nationalgalerie | Alte Nationalgalerie
  • © Foto: Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Andres Kilger
Description
Provenienz
In den frühen 1880er Jahren begann Lenbach mit Studien zur biblischen Gestalt der Salome, jener Femme fatale, die im späten 19. Jahrhundert von Oscar Wilde bis Gustave Moreau die Künstlerphantasien reizte. Henriette Fleischl von Marxow (1860–1883), eine Schülerin Lenbachs, posierte als Salome. Für das Haupt Johannes des Täufers diente Lenbach eine Fotografie des sich schlafend stellenden Hermann Levi (ein Originalabzug im Nachlaß des Künstlers, Privatbesitz). Das Gemälde scheint durch den plötzlichen Tod der Henriette Fleischl, die sich 1883 in Rom das Leben nahm, nie vollendet worden zu sein. Erst 1894 inszenierte Lenbach mit Mary Lindpaintner (1865–1929), der späteren Ehefrau von Franz von Stuck, die Szene der Salome erneut, zunächst als Fotografie, dann in Öl (Neue Pinakothek, München).
Die vorliegende Ölstudie, die auf einer Silberschale das abgeschlagene Haupt Johannes des Täufers mit den Zügen Hermann Levis (1839–1900) zeigt, dürfte im Rahmen der ersten Arbeiten zur »Salome« um 1882 entstanden sein. Eine sehr ähnliche Darstellung findet sich als Randskizze auf einem größeren Studienporträt der Henriette Fleischl von Marxow in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München (vgl. Franz von Lenbach, Ausst.-Kat., München 1986, Kat.-Nr. 269). | Regina Freyberger


SIGNATUREN UND INSCHRIFTEN
nicht bezeichnet

AUSSTELLUNGEN
– Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Berlin, Stiftung Brandenburger Tor im Max-Liebermann-Haus, 4.4.-5.7.2009

LITERATUR
– Ausst.-Kat. Berlin 2009: Künstlerfürsten: Max Liebermann, Franz von Lenbach, Franz von Stuck, Ausst.-Kat. Stiftung Brandenburger Tor im Max Liebermann Haus, Berlin, 4.4.-5.7.2009, S. 108, Kat. S. 124
– Ausst.-Kat. München 1986: Franz von Lenbach 1836-1904, hrsg. von Rosel Gollek, Winfried Ranke, Ausst.-Kat. Lenbachhaus, München 14.12.1986-3.5.1987, S. 328 mit Photo der Vorlage
– Nationalgalerie 1986: Die Gemälde der Nationalgalerie. Verzeichnis. Deutsche Malerei vom Klassizismus bis zum Impressionismus. Ausländische Malerei von 1800 bis 1930, bearb. v. Claude Keisch, Berlin (Ost), Die Museen, 1986, o. S.
– Nationalgalerie 1996: Die Gemälde der Nationalgalerie, München, Saur, 1996 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 1999: Gesamtverzeichnis der Gemälde und Skulpturen; Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, München, Saur, 1999 (CD-ROM)
– Nationalgalerie 2017: Malkunst im 19. Jahrhundert. Die Sammlung der Nationalgalerie, hrsg. v. Angelika Wesenberg, Birgit Verwiebe und Regina Freyberger, Petersberg, Imhof, 2017, S. 512 mit Abb.


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