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Tal bei Kalchreuth
  • Tal bei Kalchreuth
  • Zeichnung
  • Albrecht Dürer (1471 - 1528), Zeichner
  • um 1495 - 1500
  • Aquarell
  • Blattmaß: 10,5 x 31,7 cm
  • Ident.Nr. KdZ 5
  • Sammlung: Kupferstichkabinett
  • © Foto: Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Jörg P. Anders
Description
Die Landschaftsaquarelle Dürers sind für den heutigen Betrachter besonders leicht verständlich; der Abstand eines halben Jahrtausends wird bei ihnen mühelos übersprungen, sie scheinen wie eben entstanden. Dürer selbst achtete sie wenig, nicht eines hat er selbst signiert oder datiert (bei seiner Neigung zum Monogramm eine beachtenswerte Tatsache; die auf den Blättern erscheinenden Monogramme stammen von späterer Hand); er benannte nur den jeweils dargestellten Ort. Die Blätter waren nicht Werke, die er zeigte oder zum Verkauf anbot, sondern Studien, aus denen er Teile im Hintergrund seiner ausgeführten Werke verwendete: Landschaft für sich schien ihm noch kein bildwürdiges Thema, diesen Schritt tat erst der etwa zehn Jahre später geborene Altdorfer. Am Anfang von Dürers Landschaftsaquarellen steht die Drahtziehmühle, entstanden jedenfalls vor Antritt der ersten Italienreise im Herbst 1494. Die meisten Zeichnungen dieser Art sind motivisch verbunden mit eben dieser Reise, die im Frühsommer 1495 endete. Es bleiben jedoch mehrere Aquarelle, die wieder im Norden entstanden sind, deren Entstehungszeit also nicht mit objektiven Gründen zu bestimmen ist. Unter ihnen zählt die vorliegende Ansicht von Kalchreuth zu den stilistisch fortgeschrittensten, d.h. zuletzt entstandenen. Wann jedoch war dies, spät in Dürers zweiter Lebenshälfte um 1515/20, oder im Zusammenhang mit den anderen Aquarellen? Die Meinungen der Forscher sind geteilt. Da das Papier unserer Zeichnung vor allem in den 1490er Jahren von Dürer benutzt wurde, und da auch Zeichnungen, die mit Sicherheit auf der Reise entstanden sind (Paßstraße, Ashmolean Museum Oxford) bereits den übermäßig breiten Pinselstrich zeigen, scheint es überzeugender, die Landschaftsaquarelle als Gruppe anzusehen, die im Lauf der 90er Jahre geschaffen wurden.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 109f., Kat. III.29 (mit weiterer Literatur)


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