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Töbingbecher aus dem Lüneburger Ratssilber
  • Töbingbecher aus dem Lüneburger Ratssilber
  • Deckelbecher
  • Ende 15. Jh. bis gegen 1566
  • Herstellungsort: Lüneburg
  • Silber, getrieben, gegossen, vergoldet und z. T. bemalt; Email
  • Höhe x Durchmesser: 21 x 7,8 cm (Fußring)
  • Ident.Nr. 1874,378
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Karen Bartsch
Description
Engelköpfe, Manschette des Bechers und Blattkränze des Deckels gegossen. Fuß-, Mündungsring und Deckelrand gesondert gearbeitet. Becher- und Deckelinneres glatt. Unterseite von Fuß und Becher, Rosetten und Hügel unvergoldet, Rosetten der Manschette kalt bemalt, Hügel mit Resten schwarzen Emails. Marken auf der Unterseite des Bechers. Rosetten am Fuß mit Splinten befestigt. Fuß und Becher durch Bajonettverschluß verbunden. Deckelfigur und oberer Ring des Fußteils fehlen.
Konischer Deckelbecher mit abnehmbarem Fußteil. Am Standring gravierte Inschrift: JOHAN TOBING D(ONUM) D(EDIT) A(NNO) D(OMINI) 1566 MENSE FEBRUA(RI). In der Kehlung gepunzt: HGD. Auf Becherwandung und Deckel geätzter Maureskendekor. Auf dem Deckel eine zweizeilige Inschrift: DICTUM EOBANI HESSI PVRO CORDE DEVM COLE DILIGE HAEC FIDEI SVMMA EST HIC PIETATIS APEX CONSVLI FRATRI (Ausspruch des Eobanus Hesse: Liebe Gott mit reinem Herzen, das ist das höchste Gebot des Glaubens, der Gipfel der Frömmigkeit. Seinem Bruder, dem Bürgermeister, gewidmet). Von der ursprünglich bekrönenden Figur erhalten: die Standplatte mit den Füßen, ein Stab- und ein Schild(?)-Ansatz.
Der Bechertypus, der seinen Ursprung vielleicht am burgundischen Hof gehabt hat, auch "Hofbecher" genannt wurde, war im ganzen 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet geläufig. Erhalten haben sich noch etwa 25 Beispiele.


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