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Ämterscheibe der Stadt Zürich
  • Ämterscheibe der Stadt Zürich
  • Glasgemälde
  • um 1535
  • Entstehungsort stilistisch: Zürich
  • Glas, gefärbt; Schwarzlot, Silbergelb
  • Durchmesser: 43,5 cm
  • Ident.Nr. 1882,961
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Holger Kupfer
Description
Die Rundscheibe zeigt vor damasziertem, von einem Mauerband eingefasstem Grund im Zentrum das Doppelwappen von Stadt und Landschaft Zürich und am Rand 27 Wappen der zugehörigen Ämter mit ihren Namen in der Inschrift (vgl. Inv. Nr. W-1980,179). Das auf einem kassettierten
Boden ruhende Doppelwappen zeigt auf zwei einander zugeneigten Tartschen von Silber und Blau schräg geteilte Schilde, die Wappen von Stadt und Land Zürich; darüber steht das Reichswappen, der gezungte und nimbierte schwarze Doppeladler vor goldenem Grund, überhöht von der kaiserlichen
Bügelkrone; gehalten werden Reichswappen und Krone von zwei goldenen, steigenden, einander zugewandten Löwen.
Den Rand bilden 27 Schilde mit den Wappen der folgenden Ämter, die auf der außen umlaufenden Inschrift genannt werden (oben beginnend, im Uhrzeigersinn umlaufend): Kyburg (in Rot ein goldener Schrägbalken, von zwei goldenen Löwen begleitet), Grüningen (in Grün ein steigender, silberner Löwe), Freiamt (in Gold ein kreuzförmiger Schildbeschlag, dessen Balken leierförmig enden), Stäfa (in Silber die hl. Verena mit goldenem Kamm und Kanne), Männedorf (in Gold ein steigender, schwarzer Otter, einen Fisch im Fang haltend), Meilen (über einem Dreiberg in Gold eine schwarze Burg, über deren zwei Türmen je ein silberner Stern steht), Küssnacht (in Rot ein goldenes Kissen mit vier Quasten), Zollikon (von Blau und Silber schräglinks geteilt; vorne ein sechsstrahliger, goldener Stern, hinten zwei rote Linksschrägbalken), Horgen (in Rot ein silberner, stehender Schwan), Thalwil (in Silber zwei gekreuzte Rohrkolben mit goldenen Stängeln und Blättern), Kilchberg (in Blau eine vierblättrige, silberne Blüte mit goldenem Butzen und Kelchblättern), Maschwanden (in Gold eine geschweifte, schwarze Spitze, belegt und beseitet von drei (2:1) Planetenzeichen Erde in verwechselten Farben), Hedingen (in Gold eine schrägrechte, gestürzte schwarze Spitze), Sellenbüren (in Gold ein schwarzer, bezungter Marderkopf), Fluntern (in Blau zwei gekreuzte, silberne Lilienszepter), Elgg (in Rot ein silberner Balken, begleitet von drei (2:1) schwarzen, bezungten Bärenköpfen mit silbernen Halsbändern), Greifensee (in Silber ein steigender roter Greif), Regensdorf (in Silber drei blaue Pfähle, überzogen von einem roten Balken), Neuamt (von Blau und Silber geteilt; oben eine gestürzte, goldene Mondsichel, unten zwei rote Rosen mit goldenen Butzen), Rümlang (in Rot ein halbes, goldenes Einhorn), Bülach (von Silber und Rot linksschräg geteilt), Regensberg (in Rot eine silberne Torburg, über deren zwei Türmen sich ein golden-silberner, in silbernen Wolken endender Regenbogen spannt), Andelfingen (in Rot ein goldener Schrägbalken, von zwei schreitenden goldenen Löwen begleitet, der untere überhöht von einem goldenen Stern), Stammen (gespalten; vorne ein Stamm und drei Blätter in Silber, hinten ein goldener Baumstamm mit Astansätze), Eglisau (in Gold auf silbernem Dreiberg ein stehender schwarzer Hirsch), Stein am Rhein (in Rot der hl. Georg in silberner Rüstung und mit Nimbus auf einem Schimmel, über einem goldenen Drachen reitend), Winterthur (in Silber ein roter Schrägbalken, von zwei roten Löwen begleitet).
Die Scheibe gehört zu den sogenannten Ämterscheiben, die kurz vor 1500 auftreten und besonders im 16. und 17. Jahrhundert in der Schweiz eine lange Tradition ausbilden, besonders in Bern, Freiburg, Luzern, Solothurn und Zürich. Die kreisförmige Anordnung der Ämterwappen samt inschriftlicher Nennung der Orte ist für die runden Ämterscheiben ebenso typisch wie die als Wappenpyramide bezeichnete Kombination von Wappen, Schildhaltern und Krone, die von den sogenannten Standesscheiben abgeleitet ist.
Inschrift: (oben, senkrecht über dem Kreuz auf der Krone, beginnend und im Uhrzeigersinn umlaufend) kiburg grüninge f[r]yampt steffen · Men[net]orf Meillen kusnacht · zolliken · horgen tallwil kilchberg · Maschwand hedingen sellenburen · flundren elgy griff[e]nsee · regensperg [n]uwampt · [r]umling bullach regenspurg · ande[l]finge[n] stam[m]en eglysow · stei[n] winderthu[r].
Wegen der dargestellten Wappen darf eine Datierung zwischen 1532 und 1544 als sicher gelten, wobei eine Ausführung um 1535 stilkritisch am wahrscheinlichsten ist.
CVMA 98720


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