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Empirekleid mit Schleppe
  • Empirekleid mit Schleppe
  • Kleid
  • um 1800
  • Entstehungsort stilistisch: Frankreich
  • Weiße Baumwolle in Leinwandbindung, Stickerei: weißes Baumwollgarn
  • Länge: VL. 132 cm
    Länge: RL. 230 cm
  • Ident.Nr. 2003,KR 18
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Stephan Klonk
Description
Multimedia
Feine diaphane Baumwollgewebe von reinem Weiß waren das ideale Material für die hauchzarten Chemisenkleider, die von 1795 bis 1815 die Mode prägten. Infolge der Französischen Revolution war die griechisch-römische Antike mit ihren vermeintlich weißen Gewändern zum modischen Vorbild avanciert und hatte die kostspieligen Seidenstoffe des Ancien Régime und mit ihnen die den Körper disziplinierende Unterkleidung – Schnürleib und Reifrock – verdrängt. Angestrebt wurde nun eine schlanke, gestreckte Silhouette mit hoher Taille, von der die Stoffe fließend herabfielen.
Unser Kleid mit großem, rundem Dekolleté entspricht diesem Ideal. Sein Vorderteil besteht aus einer Gewebebahn, Oberteil und Rock sind nicht unterteilt, die Stofffülle wird im Ausschnitt und in der hohen Taille mittels eines Tunnelzugs gefasst und die Büste unter dem Oberteil von einem eingearbeiteten Bandeau aus festerem Leinen gestützt.
Im Rücken wurden Oberteil und Rock separat gearbeitete. Eine 92 cm breite Gewebebahn bildet das Mittelteil und die lange Schleppe. In Taillenhöhe wurde sie auf 8 cm zusammengerafft und seitlich der Mittelbahn wurden je eine halbe Gewebebahn sowie zwei kürzere Keile eingesetzt. Die Rückseite des Oberteils ist von rautenförmigem Zuschnitt, die gerade herabfallenden Ärmel sind vollständig eingesetzt und weit in den Rücken gezogen. Das Kleid ist mit etwas dickerem weißem Baumwollgarn vollständig bestickt. In sanft ondulierenden Reihen steigen kleine Zweige auf, die regelmäßig von einer Palmwipfelblüte bekrönt werden. Zwischen diesen Reihen sind kleine hakenförmige Palmettmotive angeordnet. Die qualitätsvolle und sehr regelmäßig ausgeführte Stickerei in feinstem Kettstich sowie der besonders feine Musselin deuten auf eine indische Herkunft des Gewebes hin. CW


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