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Kopf eines Engels (?)
  • Kopf eines Engels (?)
  • Glasgemälde
  • um 1460/70
  • Entstehungsort stilistisch: Niederlande (?)
  • Glas, farblos; Schwarzlot, Eisenrot, Silbergelb
  • Höhe x Breite: 12,8 x 12,8 cm
  • Ident.Nr. F 2381 e
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Hans-Joachim Bartsch
Beschreibung
Das junge androgyne Gesicht, die langen blonden leicht gelockten Haare und das weiße schmucklose Gewand könnten von einem Engel stammen. Vielleicht gehörte er zu einer Verkündigung an Maria, wie man aus seinem Blick schließen möchte, der voll Aufmerksamkeit auf eine links vor
ihm befindliche Person gerichtet scheint.
Die Bemalung des außerordentlich qualitätvollen Stücks ist mit großer Sorgfalt ausgeführt. Der Kopf wurde zunächst auf beiden Seiten in fein abgestuften Halbtonlasuren aus Licht und Schatten modelliert, die Plastizität der Formen durch lockere Parallelschraffen, weich gewischte Glanzlichter oder Radierstriche akzentuiert, Konturen und Binnenzeichnung in leichten Pinselstrichen aufgetragen. Die Form des Gesichts mit breiten Wangen, hoher Stirn und kleinem Kinn, die schmale lange Nase, die flach geschwungenen dunklen Brauen, der Mund mit dünner Ober- und voller Unterlippe entsprechen einem Schönheitsideal, wie es auch Madonnen und Engel der großen niederländischen Meister, etwa des Rogier van der Weyden, Hans Memling oder Dirk Bouts verkörpern. Man fühlt sich entfernt an Köpfe des Nicolas Froment (tätig zwischen 1461–1483) erinnert, etwa an das Antlitz des Apostels Johannes in dem Triptychon mit der Auferweckung des Lazarus von 1461 in den Uffizien, Florenz.
CVMA 98723


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