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Triumph des Titus
  • Triumph des Titus
  • Platte
  • Jean de Court, Emailleur
  • um 1600
  • Entstehungsort stilistisch: Limoges
  • Kupfer, Email, Blattsilber, Vergoldung
  • Breite: 54 cm
  • Ident.Nr. K 5053
  • Sammlung: Kunstgewerbemuseum
  • © Foto: Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Saturia Linke
Beschreibung
Multimedia
Die große, allseits mit Emailmalerei bedeckte Schale zeigt an der Fahne reiches Grotesken-Ornament und im Spiegel die Darstellung einer antiken Triumphfeier. Im Mittelgrund führt ein Zug von Kriegern erbeutete Feldzeichen und Rüstungen sowie – auf einem Podest präsentiert – eine kauernde Frau und einen gefesselten Krieger unter einem Palmbaum mit sich. Im Vordergrund erscheinen weitere Gruppen antikisch gewandeter Krieger. Vor einer Palastarchitektur am rechten Bildrand hält eine Personifikation der Roma einen Lorbeerkranz in die Höhe. Im Mittelpunkt der Darstellung steht der Triumphator mit Flügelhelm und Feldzeichen in heroischer Nacktheit auf am Boden liegenden Schilden. Während er seine Rechte beschützend über das Haupt eines neben ihm knienden Jünglings hält, tritt von der Seite eine junge Frau an ihn heran und ergreift behutsam seinen Arm.
Mehrere Schichten Emailfarbe modellieren das helle, weichlich wirkende Inkarnat der Hauptfigur mit ihren unruhig schwellenden Körperpartien. Der androgyne Gesichtstyp betont die Jugend des Helden. Die Emailmalerei folgt einem Kupferstich mit der Darstellung des Triumphs des Titus von Marcantonio Raimondi (um 1480–1527/34). Der spätere römische Kaiser Titus (reg. 79–81) hatte im Jüdischen Krieg (66–70) als junger Feldherr wesentlich zum Sieg Roms über Judäa beigetragen. Bald darauf wurden Sesterzen geprägt, deren Revers IVDAEA CAPTA („Judäa eingenommen“) mit der trauernden Personifikation Judäas unter einem Palmbaum zum unmittelbaren Vorbild für die Darstellung der Trophäe auf dem Stich Raimondis wurde.
Die zu einer Gruppe eng verwandter Arbeiten zählende ovale Schale trägt an ihrer Unterseite das Monogramm IC, mit dem ein am Ende des 16. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts tätiges Mitglied der seit 1555 in Limoges nachweisbaren Emailmalerfamilie Court sein Werk signiert hat. LL


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