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  • Daumenring
  • Eduard Oehler (1881 - 1941), Sammler
    Fritz Jaeger (8.1.1881 - 26.11.1966), Sammler
    Kommission für die landeskundliche Erforschung der Schutzgebiete im Reichskolonialamt, Auftraggeber
    "Mutter des mangi (chief) Tengia von Keni" (19. / 20. Jahrhundert), Vorbesitzer (historische Angabe)
  • Tanzania (Tansania) (Land/Region)
    historische Angabe (Hauptkatalog): Dschagga (Ethnie)
  • Messing
  • Höhe x Breite x Tiefe: 2,8 x 2,2 x 2,2 cm
    Objektmaß: H: 2,8 cm, D: 2,2 cm
    Gewicht: 0,05 kg
  • Ident.Nr. III E 12832
  • Sammlung: Ethnologisches Museum | Afrika
  • © Foto: Ethnologisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
  • Fotograf/in: Hendryk Ortlieb
Description
Multimedia
Historischer Hauptkatalog: "Fingerring von der Mutter der Mangi von Keni (Rombo, Kilimandscharo) am Daumen getragen. Sie trug an jeder Hand 3 solche Fingerring, teils aus eisen, teils aus Messing.
circa 3 cm lang
Dschagga"

Vorbesitzerin
Mutter des ‚mangi‘ (‚chief‘) Tengia von Keni (bis 1906)

Biografische Fragmente Mutter des 'mangi' chief von Keni
Sie war höchstwahrscheinlich die Mutter des ‚mangi‘ (‚chief‘) Tengia, der Keni vermutlich von Mitte der 1890er bis in die 1940er Jahre beherrschte. Keni war eines von 39 (so eine Schätzung von 1899) kleinen und autonomen ‚chiefdoms‘ der Chagga am Kilimanjaro. Keni und die angrenzenden ‚chiefdoms‘ des östlichen Kilimajaro-Gebietes hatten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung verloren. Orombo, ein Vorfahre Tengias (18./ 19. Jh.), herrschte noch über ein Territorium, dass sich über die Hälfte der bewohnbaren Gebiete am Kilimanjaro erstreckte und gilt als einer der ersten "Staatsgründer" am Kilimanjaro. Seine Residenz lag in Keni.

Aneignungskontext
Die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes beauftragte 1906 den Geographen und Geologen Fritz Jaeger eine Forschungsreise in das sogenannte "abflußlose" Gebiet des damaligen Deutsch-Ostafrika in der Nordhälfte des heutigen Tansania zu unternehmen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem zu diesem Zeitpunkt noch wenig erforschten Gebieten zwischen dem Kilimanjaro und dem Viktoriasee. Auf dieser geograophischen Forschungsreise wurde er von seinem Vetter Eduard Oehler begleitet, der die metereologischen Beobachtungen, das botanische Sammeln und das Photographieren übernahm. Ethnographische "Forschungen" fanden nur sporadisch statt. Im Mittelpunkt standen topographische Aufnahmen, Geologie, Untersuchung der Gewässer, der Vegetation sowie metereologische Beobachtungen. Im Im Jahre 1906 reisten sie nur mit einem Teil der Träger (insgesamt waren es ca. 65) von Moshi aus in das östliche Gebiet des Kilimanjaro, wo am 30. Juli 1906 auch in Keni verweilten und dort auf ‚mangi‘ Tengia und vermutlich auch auf dessen Mutter, die Besitzerin des Ringes trafen. Wie genau der Ring in den Besitz Jaegers oder Oehlers gelangte, ist noch ungeklärt.

Quellen
Jaeger, Fritz (1911): Das Hochland der Riesenkrater und die umliegenden Hochländer Deutsch-Ostafrikas. Ergebnisse einer amtlichen Forschungsreise ins abflußlose Gebiet des nördlichen Deutsch-Ostafrika 1906/07. Berlin: Ernst Siegfried Mittler und Sohn.
Moore, Sally F. u. Paul Puritt (1977): The Chagga and Neru of Tanzania (Ethnographic Survey of Africa, East Central Africa 18). London: International African Institute.
Myhre, Knut Christian (2018): Returning Life: Language, Life Force and History in Kilimanjaro. New York/Oxford: Berghahn.
Stahl, Kathleen M. (1964): History of the Chagga People of Kilimanjaro. London u.a.: Mouton & Co.

SMB-PK, EM, I/MV 739, E 411/1907


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